The “The”-Factor

Foto-Credit: ycr via flickr
 

Als ich im zarten Alter von dreizehn Jahren neben meinem Hello Kitty-Zahnputzbecher vorm Spiegel den perfekten Katzenaugenlidstrich übte, hatte ich insgeheim nur einen Wunsch: Von Bela B. flachgelegt zu werden.

Den Lidstrich kann ich mittlerweile, der Zahnputzbecher ist verschollen – der Hang zum Hardcore-Groupie hat mich seitdem aber nicht wirklich losgelassen. Wenn Disney zahlreichen StudiVZ-Userinnen unrealistische Vorstellungen von Liebe vermittelt hat, dann sind es bei mir die Jungs auf der Bühne, die oh so virtuos in die Saiten hauen können (ja, ich weiß, dass Bela B. Schlagzeuger ist. Aber trotzdem. Es geht hier schließlich um’s Prinzip.) Ganz im Ernst: Schneidet dem Typen einen Topfschnitt, zieht ihm einen Seitenscheitel, bindet ihm eine Gitarre um, stellt ihn auf die Bühne – und ich schmelze wie ein Kinderriegel auf der Sonnenbank.

In den Fifties hätte ich meinen Petticoat synchron zu Elvis’ Hüften geschwungen. Wahlweise wäre ich natürlich auch durchaus Uschi Obermaier-like auf die Stones abgegangen oder hätte mich deprimiert in einem Streifenpulli zu den Klängen von Kurt Cobain in die Ecke gesetzt. Und wenn ich jetzt erst dreizehn wäre, wäre es höchstwahrscheinlich mein erklärtes Ziel, Tom von Tokio Hotel einen zu blasen. Eine durchaus befremdliche Vorstellung.

Kicken wir die Frauenbewegung mal für einen Moment lang in die Tonne und widmen uns dem patriarchalischen Credo von Bill Haley: “Mann auf der Bühne, Frau vor der Bühne.” So ganz gendermäßig korrekt ist das wohl nicht (man bemerkt den leicht soziologisch angehauchten Einschlag, seitdem das Semester wieder angefangen hat. Entschuldigung.), dafür aber evolutionstechnisch absolut einwandfrei. Denn wenn Kunst tatsächlich das Abfallprodukt menschlichen Balzverhalten sein soll, ist die Bühne sowas wie das Pfauenrad im Indie-Style: Alle Typen, auch die eigentlich definitiv Tageslichtuntauglichen, werden, umrahmt von Amps und Instrumenten, durch die paar sexuellen Meter Höhenunterschied so scharf wie eine Chili-Pizza von Joey’s.

Vielleicht sollte man den knackigen Junggesellen von Schwiegertochter gesucht also künftig mindestens die Powerchords von “Smoke on the water” beibringen. Dann klappt’s auch mit Luxusladys wie der Monika.

Bild: ycr / greefus gone

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4 Kommentare zu “The “The”-Factor

  1. Conny sagt:

    den gleichen wunsch hatte ich auch mit 13… komisch^^ das hab ich mir auch auf jedem ärzte konzert gewünscht=)

  2. frÄnzi sagt:

    .. kenn ich.. selbst mit 18 stolzen jahren schmelze ich auf festivals in den ersten reihen weg, wenn die möglichkeit besteht das ER gerade natürlich nur MICh gesehen hat.. (klar.. hinter mir um die 30000 Menschen, aber die waren ja prkatisch unsichtbar..)
    ein hoch auf die realität und den alkohol der sie killt

  3. firefall sagt:

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