Schwitzen und Rosen

Wer neben prominenten Internet-Brüsten auch mal deutsche Celebrity-Kost im Privatfernsehen konsumiert, weiß, dass der gute William und seine Kate raus sind. Schließlich soll Sophia Thomalla was mit dem Herrn von Rammstein am Laufen haben – und das ließ einige Society-Experten vor Schreck den “Falls noch ‘ne Adelshochzeit angekündigt wird”-Valium-Vorrat plündern. Uh! Oder besser gesagt: Ah! Denn damit hätten wir nach Sean Penn die nächste Beziehungsmänner-Trendgattung erreicht: Den Bad Boy. Eine Bezeichnung, die staubtrockene Liebesrubrik-Redakteurinnen glitschiger macht als ein Stück Butter in der Sonne.


Der The-Faktor

Ich vermute, dass es sich bei der Böser Typ-Aufregung um eine Weiterentwicklung des The-Faktors handelt. Wir kennen das: Ein durchschnittlich aussehender Typ zieht sich eine enge Hose an, nimmt ein Instrument in die Hand und verwandelt sich schon allein dadurch in den Robert Pattinson der Indiemädchenszene. Du willst ihn. Und manchmal kriegst du ihn wirklich. Es gefällt dir, dass ihr nach dem Konzert Hand in Hand durch den Regen hüpft und améliemäßig über den Geruch philosophiert. Es gefällt dir, dass er neben dir im Bett erstmal nur schlafen will. Aber was passiert, wenn du am nächsten Morgen wilden Groupie-Sex auf dem Küchentisch erwartest und akkurat geschälte Bananen mit Müsli darauf vorfindest? Er steht einfach nicht auf dich?

Möglich.

Schlimmer ist, wenn es in seiner perfekten Wohnung doch noch zu einer beischlafähnlichen Situation kommt. Du fegst das fein säuberlich gefaltete Plaid von Couch und musst aufhören, weil der feine Herr “NEIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIN!” brüllt. Und sich jammernd darüber beklagt, dass du die IKEA-Original-Faltung des 2002-Kaufs zerstört hast.


Es gibt eine Grenze

Über die Jahre hinweg habe ich eine simple Macker-Formel entwickelt: Umso mehr Tattoos, umso mehr Spießer-Potential. Der Bad Boy oder Szenemann ist die hart verpackte Nachbarin, die um Punkt 12 Uhr das deutsche Mittagessen kocht und deine Mülltrennung inspiziert. Er spielt Golf. Versteht mich nicht falsch: Sport ist wunderbar, Biomüll-Bewusstsein super, Frühstückgemachtkriegen auch. Vielleicht bin ich auch nur unendlich frustriert, weil mich der beschissene Frontmann von The Irgendwas nie zurückgerufen hat. Aber es gibt eine Grenze. Und ein Großteil der Bad Boys gehört zu den Männern, die mit deiner Oma über die Rosenapplikationen des Teeservices fachsimpeln. Der Joghurtbecher auf dem Glastisch ist der erste Schritt in Richtung Messie-Doku. Und Socken auf dem Boden eine Feng Shui-Vergewaltigung.

Also, liebe Liebesrubrik-Redakteurinnen: Sucht euch einen anderen, der euch in euren Fantasien mit Gitarrensaiten durchpeitscht, mit Wachs übergießt und im Beichstuhl bumst. Der Bad Boy schaltet sowas nämlich angewidert weg und will ins Bett, weil es schon 12 ist, während er die schwarzen Kajal-Reste fein säuberlich mit Abschminkpampe aus seinem Gesicht wischt und die Wattepads danach sofort mit dem Müll in den Keller runterbringt. Vorher zieht er sich aber noch den 300 Euro-Trench über das Nightshirt. Was sollen sonst die Nachbarn denken.

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Ein Kommentar zu “Schwitzen und Rosen

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