Life Pro Tips: Gute Vorsätze umsetzen mit SoKo

SoKo


2015 werde ich was reißen.

Das lese ich auf einer Karte, als ich einen Tag vor Silvester in einer Bar sitze und mich auf die Zukunft freue. Unter dem Satz hängen kleine, vorgestanzte Schnipsel zum Abreißen. Vorsatz steht darauf, mehr nicht. Hinten gibt es eine leere Zeile zum Selbstausfüllen. Sieht so aus, als hätte sich SoKo gleich ‘nen ganzen Stapel mitgenommen.

SoKo heißt eigentlich Stéphanie Sokolinski, aber so nennt sie kein Mensch. Ihr wahnsinnig guter Akzent bringt Eis zum Schmelzen und könnte wahrscheinlich auch Tinder explodieren lassen. Ich bewundere die französische Sängerin seit „I’ll Kill Her“, weil sie so gut erzählt, was man über die dunkle Seite des Datens wissen muss: „She’s a bitch you know, all she’s got is blondeness not even tenderness, yeah, she’s cleverless“.

Den Hit landete SoKo eher zufällig, damals noch über MySpace. Das darauffolgende Album „I Thought I Was An Alien“ erscheint 2012. Dann wurde es ein bisschen ruhiger, aber leise war SoKo irgendwie nie. Ihr guter Freund und Drehbuch-Oscargewinner Spike Jonze engagierte sie in seinem Film „Her“ für eine Nebenrolle als Stimme von Isabella. Letztes Jahr steuerte sie den Soundtrack zu „First Kiss“ bei, dem Video, in dem vollkommen Fremde miteinander knutschen. SoKo machte selber mit. Sie trägt jetzt keinen richtigen Pony mehr, sondern hellblonde Haare und sieht aus wie die heimliche, zweite Tochter von Kurt Cobain und Courtney Love. Und nun? Sie hat der Mum ihres Managers billig ein Auto abgekauft und besitzt jetzt ein eigenes Bett, erzählt sie in einem Interview mit Styleite im Mai. Das wäre ‘ne große Sache für sie.

SoKo

Die neuen Songs sind schon fast fertig. Um ihren Sound kümmert sich jetzt The-Cure-Producer Ross Robinson. Man hätte es sich in der Indie-Nische gemütlich machen, hier und da einen handverlesenen Auftritt geben und sich aufs Instagrammen konzentrieren können. Vielleicht auch ein Drehbuch schreiben. Oder ein paar Katzen streicheln. Hätte ich wahrscheinlich. Aber nö, SoKo zieht lieber durch: Das US-Musikbiz steht auf der Liste ganz oben. Dafür steht sie mit einem Cap an einer verzierten Wand vor der Kamera und erzählt mit ihrem Wahnsinnsakzent, dass sie ihr zweites Album in den USA selber veröffentlichen will. Wer vorbestellt, kann sich PledgeMusic Pyjamaparties oder Disneylandtrips mit ihr aussuchen. Einen Fake-Bride-Einsatz gibt’s auch.

Mode? SoKo macht’s einfach. In der Frühlingskampagne von Just Cavalli ist sie in Schlaghose auf einem 70er-Roadtrip zu sehen. Das Releasedatum für das Album steht auch schon: Es erscheint im März und heißt My Dreams Dictate My Reality. Das hätte man kurz vor Silvester mal auf ‘ne Karte drucken sollen. Ich gucke mir SoKo an, bekomme wahnsinnig Lust, mir einen wuscheligen Shortbob zu schneiden und gehe extra eine halbe Stunde später ins Bett.

Das Schwierige ist gar nicht, sich einen Traum oder mehrere in den Kopf zu setzen. Man reiht sie nebeneinander auf, wie diese knallbunten Wimpel an den skandi-angehauchten Instagramgirlanden, die im Altbau vor einer Flügeltür hängen. Da sind sie dann. Wahnsinnig beruhigend, du hast sie ja im Auge. Öfter mal abstauben hilft nicht. Was reißen schon. Das will ich dieses Jahr von SoKo lernen. Ihre neue Single ist übrigens schon draußen, klingt erste Sahne und fragt „Who Wears The Pants ??“: SoKo trägt sie. Sie lebt jetzt in L.A. Und hat den Arsch hochgekriegt. Außerdem heißt ihr eigenes Label Babycat Records, wer kann sie da bitte nicht lieben?

Fotos: Bubblegun PR

<3

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