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Grace Coddington ist die Sailor Moon der Fashionszene

Grace Coddington ist die Sailor Moon der Fashionszene und eigentlich der einzige Grund, warum ich mir “The September Issue” bis zum Ende angesehen habe, in der Badewanne, obwohl das Wasser schon kalt war und die Heizung sowieso immer kaputt. Die Kreativlady der US-Vogue könnte im ersten Moment als rechte Hand der Du-weißt-schon-wer-furchteinflößenden Anna Wintour gelten. Doch je länger “The September Issue” über den Screen flimmert, desto deutlicher wird, dass Anna der bad und Grace der good cop ist, dem man liebend gerne seine Seele verkaufen möchte. Als Stylistin. Oder wenigstens Sailor-Kriegerin. Ich bewundere sie dafür, dass sie den Job seit über dreißig Jahren durchzieht und trotzdem jede Fotostrecke so anpackt, als wäre sie das erste große Baby für ihr Portfolio. Und ihr Herz.

Dabei begann Grace’ Karriere nicht mal hinter, sondern vor der Kamera. Aus der kleinen Tagträumerin in der britischen Pampa wird ein Sixties-Face, in das sich unter anderem Bob-Boss Vidal Sassoon und Minirock-Erfinderin Mary Quant vergucken. Karrieretechnisch. Ein Engagement der britischen Vogue machte sie 1968 zur Stil-Strippenzieherin hinter den Editorials, Ausgabe für Ausgabe, für Calvin Klein und schließlich Anna Wintour.

Für die Wise Up Issue des i-D Magazines macht Grace eine Ausnahme, hüpft in Céline vor Arthur Elgorts Linse und sogar auf das Cover der am Donnerstag erscheinenden Ausgabe. Weil sie Inspiration pur verkörpert, die wir uns zwischen den Jahren zu Gemüte führen sollen. Immer gerne. Denn Grace Coddington ist großartig und liebt, wie alle guten Menschen, Katzen. Und wir sie, ehrlich.

Foto: i-D Magazine

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