Outfit: Cropped Sweatshirt & The rise of the Kühlbauch

Outfit: Cropped Sweatshirt

 

Sweater Weather, so wie am Wochenende, finde ich zwischendurch ganz angenehm. Ich wache an freien Tagen sogar gerne in einer mittelgrauen Wolkensuppe auf und die 13 Grad auf dem Smartphone-Display sind keine Enttäuschung, sondern eine flauschige Decke aus Entspannung, die sich über mir ausbreitet. Das Wetter ist so lala, verleitet damit aber auch so wenig Morgen-könnte-der-Sommer-vorbeisein-Aktivismus, dass man mit gutem Gewissen endlich die eine, noch fehlende Staffel Game of Thrones gucken könnte, das Bett vollkrümeln, keine BHs tragen und ein Schläfchen machen kann, wenn man ein Schläfchen machen will. Wie ein Disco Nap, nur dass man danach nicht in die Disco muss. Bombe!

Weil ich mittlerweile alt bin, muss ich das Bett aber auch an freien Sweater-Weather-Tagen mindestens einmal verlassen, um mich zu bewegen, weil ich sonst Rückenschmerzen des Todes bekomme. Erwachsensein, du Arsch! Und weil in Berlin die Tage vorher schon Sommer war, griff ich instinktiv zum ersten Mal nach dem einzigen, gecroppten Sweatshirt an meiner Kleiderstange. Dieses graue Träumchen mit rosa Flauschbuchstaben ist ein Geschenk vom letzten Sommer und hing dort seitdem beinahe unbeachtet. Ich umkreiste es öfter mal, misstrauisch.

Ich finde ja: Cropped Tops sind die Red-Carpet-Kleidschlitze des kleinen Mannes. Funktionieren schon, brauchen aber die richtige Haltung. Ist mir persönlich deshalb fast schon zu anstrengend. Wie vor den meisten Kleidungsstücken, die Haut großflächig einplanen, habe ich außerdem eine Stange Respekt. Ich schiebe das auf meine Spaghettiträger-Sozialisation: Ich wurde mit Hüfthosen und Cami-Tops groß und glaube, deswegen wünsche ich mir jetzt mein Leben lang oversized und am liebsten auch integrierte Heizdecken in Strumpfhosen.

Stattdessen jetzt also ein gecropptes Sweatshirt. Bis zu den Handgelenken trage ich einen Pulli, danach gefühlt nichts mehr. In meinem Kopf ertönen die ersten Takte von Christina Aguileras „Dirrty“. Als Sweatshirt-mit-Bündchen-Fan habe ich sowieso das Gefühl, dass was fehlt, untenrum. Ist natürlich Quatsch, ich trage immerhin einen High-Waisted-Rock. Deswegen ist Kühlbauch auch vollkommen übertrieben, man sieht ja gar keinen.

In der Kombi inklusive Lieblingsdocs dauert es dann auch nur ein Sonntagsründchen um den Block, bis wir uns angefreundet haben, das Cropped Sweatshirt und ich. Es ist so bequem wie ein „echtes“, hat aber genau den richtigen Grad Shirt-Luftigkeit, um Hitzewallungen zu vermeiden, wenn durch ein Fitzelchen Sonne aus dem Sweater Weather doch kurz mal richtig Frühling wird.

The rise of the Kühlbauch! Ich habe ihn jetzt besser kapiert und könnte mich zum Fan entwickeln. Christina, Cher Horowitz und Britney nicken mir aus den Neunzigern/Nullerjahren wohlwollend zu: Sie haben’s ja gleich gesagt.


Outfit: Cropped Sweatshirt

Outfit: Cropped Sweatshirt

Outfit: Cropped Sweatshirt

Outfit: Dr Matens Emmeline

 

Cropped Sweatshirt: Lazy Oaf
Rock: Monki
Schuhe: Dr Martens Emmeline

<3

<3