Zuhause bei Lauri oder: so was wie Cribs

 

Hab ich eigentlich erzählt, dass ich umgezogen bin? So fünf- bis siebenmal wahrscheinlich. Von meiner Traumwohnung in einen Schuhkarton – das hatte ich, glaube ich, bisher unter den Tisch fallen lassen. Klingt aber auch schlimmer als es ist. Der Schuhkarton ist nämlich nicht nur um zwei Drittel kleiner und fast das Doppelte teurer (Moment, das sollte jetzt eigentlich in eine andere Richtung gehen), sondern er hat auch irgendwie was (so, jetzt aber). Eine meiner besten Freundinnen zwei Etagen drüber, zum Beispiel. Und ich bin mir inzwischen ziemlich sicher, dass das die ideale Wohnsituation ist. Nicht nur für BFFs, sondern vielleicht sogar auch für GFs und BFs. Jeder hat seins und macht seins, keiner kann über nicht gleich weggeräumte Stinkesocken meckern, Kompromisse stehen so hoch auf der Tagesordnung wie Pizza Quattro Formaggi mit Käse im Rand auf dem Victorias Secret Cateringplan und trotzdem kann man jederzeit auf besagten Socken durchs Treppenhaus flitzen und verheult, mit frischgebackenen Keksen in der Hand oder auch einfach mal so an die Tür des Vertrauens klopfen. Grimassen vorm Spion schneiden inklusive.
Das mag ich an meinem Schuhkarton. Sogar den Fast-Food-Burger-Bräter aus dem Erdgeschoss habe ich inzwischen irgendwie ins Herz geschlossen. Was ist schon verkehrt an ein bisschen Pommes-Geruch im Treppenhaus? Ich kann euch sagen: nichts.


“Mach doch mal ein Criiibs“, verlangt Lia in unserem hochmotivierten Anfang-des-Jahres-2016-jetzt-aber-endlich-Internet-Herrschaft-Whatsapp-Chat. Vor meinem inneren Auge erscheint sofort Mariah Carey in ihrer heimischen Badewanne (mit MTV-Kamera im Gesicht). Macy Gray, die zu jedem Zimmer in ihrem Haus das perfekt colour koordinierte Outfit besitzt. Und dann die Kühlschränke! Was haben wir Anfang der Nullerjahre alles über Promi-Kühlschränke gelernt… OMG!
In meinem sieht es relativ traurig aus. Außerdem beschränkt sich mein Fuhrpark auf ein einziges Fahrrad – wenn auch das schönste, das ich je besessen habe – aber Cribs, gut. Dann legen wir mal los.


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Während ich so Fotos schieße, überlege ich, ob sich mein Wunschdenken nach einem Haustier inzwischen vielleicht in einem (bedenklich) großen Sortiment an Comic-Figuren kompensiert. Ich zähle zwei Stormtrooper, einen in Maskenform auf meiner Schlafzimmerkommode, einen als lebensgroßer Luftballon (wer genau hinschaut, kann oben noch seine Beine erkennen) im Wohnzimmer. Drei, wenn man den PEZ-Spender mitzählt, den ich vorsorglich in einem der Küchenschränke versteckt halte. Neben meiner Wohnungstür lauert eine etwa 40 Zentimeter hohe T-Rex-Pinata sämtlichen Besuchern auf. Und dann gibt es da ja auch noch meinen neuen Freund Batman, ihr erinnert euch? Gibt es ein Movie-Helden-Liebhaber-Begriffs-Äquivalent zu Crazy Cat Lady? Ich google das mal…


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Und dann hat man eigentlich auch schon so ziemlich alles gesehen. Kein Heimkino, kein begehbarer Kleiderschrank, kein spektakulärer Master-Bedroom, dafür ein Pommes-Treppenhaus, die beste Nachbarin, eine “hi“-Lampe (danke Lia + John <3) und jede Menge Superheroes – was würden Mariah und Macy dafür wohl geben?

<3

<3