Meet my new rocket: Warum Tattoos wie Lieblingsmenschen sind

Minimal Rocket Tattoo

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Tattoos, das sind Langzeitbeziehungen mit Momenten. Man zieht mit einem Bild zusammen und heiratet es gleichzeitig, nur ohne Gefühlsrücktrittsversicherung. Deswegen gestaltet sich die Suche nach dem Lieblingsmotiv mindestens so schwierig wie die nach dem Lieblingsmenschen. Mein erstes Tattoo ließ ich mir mit 18 stechen, wir feiern bald Zehnjähriges. Es sitzt am linken Knöchel, ist ein bisschen sehr verschnörkelt und wenn ich es sehe, muss ich grinsen.

Würdest du es dir heute nochmal genau so stechen lassen? Gute Frage. Ja und nein und auf jeden Fall. Ich mag Tattoos, auch mein bisschen sehr verschnörkeltes, weil sie für mich wie ein Mini-Lebenslauf sind, nur dass am Ende kein Praktikum von Juli bis Oktober steht, sondern Alles-neu-Adrenalin, 2006 bis 2007. Ich stelle mir dann gerne vor, in siebzig Jahren in den Spiegel zu gucken und überall Stationen zu sehen, die für Momente stehen, groß, klein, schön, krass, weird.

Die kleine Rakete ist mein zweites Tattoo. Ich habe sie mir im Februar stechen lassen, für einen großen Moment, der dann doch viel länger gedauert hat, als ich selber dachte. Dass es eine Art Spaceship werden sollte, war lange klar, eher schwarz-weiß, fein und ohne viel Farbverlauf. Das Motiv selber hat Rachael Ainsworth entworfen, die vermutlich tollste Tätowiererin & Illustratorin der Galaxie.

Ich hatte ihr vorher in einer Mail von einer minimal rocket erzählt und zum Termin vorsorglich nochmal alle gezeichneten Raketen ausgedruckt, die im Internet existieren. War völlig unnötig, weil Rachael schon mit dieser Version auf mich gewartet und genau umgesetzt hat, was ich ein Jahr lang im Kopf hatte. Wie aus einem Bild im Kopf das „Machen. Jetzt.“-Motiv wird, kann ich gar nicht so richtig sagen, dafür aber ein, zwei Dinge, die mir vor der Entscheidung geholfen haben:

Der richtige Tätowierer.
Klingt super offensichtlich, kann man aber gar nicht oft genug unterstreichen, weil das Wie mindestens genauso wichtig ist wie das Motiv. Was bringt der beste Satz, wenn er nach drei Monaten als Buchstabenwulst unter der Haut klebt? Bei meinem ersten Tattoo war es pures Glück, bei der Rakete das Ergebnis harter Instagram-Recherchen. Ich folgte Rachael schon lange, schrieb sie irgendwann an und los ging’s.

Die Stelle, die funktioniert.
Ich persönlich möchte mein Tattoo sehen können, jeden Tag, ohne viel Verrenkungen und Doppelspiegelexperimente. Deswegen fallen für mich schon viele Stellen weg. Rücken, Nacken, Hüftknochen? Nö, nicht für mich.

Dein Stil. Nicht ein Stil.
Vielleicht sind Raketen am Handgelenk in zehn Jahren auch ein Tramp Stamp, das wäre aber okay. Es geht dabei schließlich um meinem Tram Stamp.


Ein von @sexdrugsblognroll gepostetes Foto am


Meine Tattoos bleiben vermutlich kein Duo und ich freue mich auf Nummer Drei, irgendwann. Auch wenn ich gerade schon ein bisschen mit Lauris Lieblings-Tattoo-Artist Sean From Texas liebäugle. Habt ihr Tattoo-Instalieblinge? Oder gerade auch eins im Auge?


<3

<3