Quentin Tarantino und Uma Thurman: Paycheck Los Angeles Premiere - Arrivals

Lovestories: Uma, Quentin und die Rachel-Green-Falle

Es gibt zwei Dinge, die einen „Ich liebe dich“-Moment anstrengend machen: Du sagst sowas wie „Danke, gerne wieder. 09/10.“ – oder du blickst deinem besten Freund in die Augen, der gerade die drei Worte sagt und die Welt kopfüber kippen lässt. Zweiteres soll bei Uma Thurman und Quentin Tarantino passiert sein. Tarantino macht keine halben Sachen, also wäre es nur konsequent, wenn er sich bereits beim ersten gemeinsamen Dreh Hals über Kopf in Uma verknallt hätte. Dass das so gewesen sein soll, verriet ein Insider gerade der US Weekly – und wir glauben ihm. Würde Tarantino für die Disney-Zeichentrick-Abteilung filmen, hätten die beiden direkt nach den 1994er-Dreharbeiten von „Pulp Fiction“ geheiratet, mit einem Bollywood-mäßigen Romantikchor, der „Für imm-aaah“ auf „Quentin und Uma“ reimt. Doch weil Tarantino Tarantino ist, hat er Uma zu seiner Muse gemacht, ihr ein paar verwegene Heldinnen-Rollen auf den Leib geschrieben und abgewartet.

Pauschal zu erklären, dass es kein Zuneigungsverhältnis ohne Sex-Kopfkino geben kann, wäre bescheuert. Wenn dir jemand so viel bedeutet, dass ihr nicht nur Sushi-Bestellungen und Trash-TV-Lieblingssendungen teilt, sondern auch die Meinung über die Gestaltung des Wochenendes, Adel Tawil, den Star-Wars-Charakter-Favoriten und die Welt, in der ihr leben möchtet, entsteht Anziehung. Das nennt man dann Freundschaft. Kommen 3,5 imaginäre, gestohlene Pferde, ein Du-hältst-meine-Haaren-wenn-mir-schlecht wird und Gin Tonic im Kopf dazu, ist die Idee, die gemeinsamen Kinder namens Luke und Leia aufzuziehen, während ein romantischer Disney-Chor im Hintergrund singt, auf einmal gar nicht mehr so abwegig. Dann gibt es drei Möglichkeiten:


1. Man hat einen wahrscheinlich verstörenden Sextraum, schiebt es auf den Gin Tonic und benutzt beim Frühstück extra-oft das Wort Homie.

2. Man knutscht und es ist kompliziert.

3. Man knutscht nicht und es ist kompliziert.

„Weißt du, ich glaube, Jungs sind die wahren Emo-Pakete bei der ganzen Sache“, erklärt mir ein Freund, mit dem ich den Drei-Möglichkeiten-Plan durchgehe. „Meistens ist eigentlich schon vorher alles klar. Nicht Friends-with-Benefits-mäßig, sondern so richtig. Die meisten machen nur nie den entscheidenden Move. Das ist aber gar nicht das Schlimme, sondern, dass das viele dieser Uma-Mädchen auch noch genau wissen – und es genießen, damit zu spielen.“

Ich behaupte jetzt einfach mal, dass die Rollen genauso vertauscht sein können. Wir sind die klassische Konstellation nur aus zu vielen Sitcoms gewohnt. Egal, wer wer ist: Im schlimmsten Fall baut man als Quentin also lebenslänglich Ikea-Regale auf und mixt neben Uma Gin Tonics, ohne dass etwas passiert. Genau genommen passiert schon etwas, zum Beispiel Situationen wie gemeinsam Champagner aus Umas getragenen Louboutins trinken, so geschehen 2010 in New York. Hoffnung knallt auf Realität knallt auf Hoffnung, jahrelang, bis Uma Han Solo kennenlernt und mit ihm in ein Reihenhaus zieht. Das ist gar nicht so abwegig, immerhin gehört Star Wars jetzt zu Disney.

Herzlich willkommen in der Friend zone. Der Fachbegriff für viele Zeilen Dilemma wurde 1994 erfunden, passenderweise von einer Herz-Sitcom namens… na? Genau: „Friends“, Staffel 1, Episode 7. Und zwar wegen Rachel Green, der immerwährenden Good-Hair-Day-Rolle von Jennifer Aniston, plus einem ziemlich verknallten Ross.


Joey: You waited too long to make your move, and now you’re in the friend zone.
Ross: No, no, no. I am not in the zone.
Joey: Ross, you’re mayor of the zone.

Das Gemeine an der ganzen Sache? Wer der Mayor of the zone ist, kann im Amt sein und trotzdem hin und wieder ‘ne Etappe schaffen. Uma und Quentin hatten angeblich immer wieder mal was am Laufen, nur das Timing stimmte nie. Jetzt ist es soweit, inklusive geteilter Villa beim Film-Festival in Cannes. Vielleicht mixen die beiden gerade Gin Tonics, nebeneinander, und stoßen in den Louboutins von damals auf ‘ne Weißt-du-noch-damals-also-1994-Geschichte an. Dann knutschen sie. Und jetzt darf man sich schon mal fragen, was passiert wäre, wen man vor ein paar Jahren morgens neben dem besten Freund nicht die Zeltmatte eingerollt, sondern genau dasselbe getan hätte.

Foto: Lee Roth / RothStock / PR Photos

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