TV-Tipp: Oh Boy oder: ein Grund mehr sich in Tom Schilling zu verlieben

 

Kein Geld, kein Glück und vor allem kein Kaffee – so könnte man den Plot von „Oh Boy“ in aller Kürze beschreiben. Sollte man aber nicht. „Oh Boy“ ist nämlich so viel mehr, unter anderem der wohl beste deutsche Film der letzten fünf (bis zehn) Jahre. Wenn man mich fragt. Berlin sieht in dem schwarz-weiß Streifen so schön aus, dass ich mich bei jedem Gucken neu verknalle und fast vergesse, dass es mich in letzter Zeit eigentlich eher nervt, die Handlung mündet weder in ein absehbares wie unrealistisches Happy End, noch in ein schwer verdauliches Drama, sondern ist erfrischender Weise einfach mal echt – und außerdem spielt Tom Schilling die Hauptrolle.

Den habe ich das erste Mal ca. 2000 in „Crazy“ gesehen und kann mich seitdem nicht entscheiden, ob ich ihn bei einem eventuellen Zusammentreffen eher anbaggern oder in den Arm nehmen würde. So ein bisschen was von Niko Fischer, seinem „Oh Boy“-Charakter, strahlt er nämlich immer aus, der Tom. Irgendwie melancholisch und schüchtern – wie bei seinem „Durch die Nacht mit…“ Olli Schulz, während dem man ihn gerne hin und wieder an die Hand genommen und ihm „Alles wird gut“ zugeflüstert hätte. Aber dann sitzt er wieder mit einer Zigarette im Mundwinkel und einem Drink in der Hand da oder dreht Filme wie „Agnes und seine Brüder“, „Elementarteilchen“ oder „Unsere Mütter, unsere Väter“ und einem wird klar, dass der das alles schon schaukelt.



 

Wie ich da jetzt überhaupt drauf komme? „Oh Boy“. Heute. Im TV. Wer ihn noch nicht gesehen hat, der sollte sich erstens schämen und hat zweitens sowieso keine Ausrede. Wer ihn schon kennt, der nickt vermutlich seit Absatz eins wissend und sitzt später mit mir auf der Couch. Also, betrachtet das hier als freundlichen Reminder, manchmal muss Fernsehen einfach sein – auch im Mai.

„Oh Boy“ von Jan-Ole Gerster und mit Tom Schilling heute um 23:55 Uhr auf Arte.

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