Katy und ich? Taugt. Das wusste ich auch ohne dass die aktuellen perryschen Klänge meine Gehörgänge streicheln mussten. Aber von vorne: Ich war schon immer äußerst tolerant, was akustische Kreationen angeht. Musik darf (und muss) alles sein. Hauptsache keine monothematischen Stereotypen. Aber hat er nicht gerade von Katy …? Yup, hat er. Meine Einstellung zu den Klischee-Werken von Miss “I Kissed A Girl” ist außergewöhnlich. Oder besser gesagt: War. Denn seit kurzem kriselt es in unserer Sound-Beziehung. Gewaltig.
Der charmante und gut platzierte akustische Dreck in “One Of The Boys” wurde bei “Teenage Dream” gegen Plastik eingetauscht. Seitdem ist jede neue Perry-Nummer eine langzeitbeziehungsmäßige Herausforderung. Soll heißen: Ich schaffe es erst nach hundertfacher Zwangsbeschallung, sie gut zu finden. Dauerschleifen fürs Volk. Die Spontan-Verehrung ist weg.
Bestes Beispiel: “E.T.”. Die vierte Single-Auskopplung aus dem stinkenden Plastikalbum gibt’s ab sofort in Videoform. Aber Moment mal, Katy zusammengeschraubt mit Kanye? Hilfe? Hilfe. Dass es mal wieder um das leidige Super-Öpve-Thema geht, war auch klar. Die Lyrics? Klingen wie einmal durch den Google-Translator gejagt und im Internet Explorer wieder ausgekotzt. Glaubt ihr nicht? Katy legt vor: “You’re so supersonic / Wanna feel your powers, stun me with your lasers / Your kiss is cosmic / every move is magic”. Und Kanye hat auch noch was für uns: “I know a bar out in Mars / Where they driving spaceships instead of cars / Cop a Prada spacesuit about the stars / Getting stupid ass straight out the jar”
Wer da bei wem auf den Block gekritzelt hat (und ob ein gemalter Pimmel nicht besser geklungen hätte)? Man weiß es nicht genau. Scheiß drauf. Englische Texte sind inhaltlich sowieso unter aller Sau (meistens). Und schließlich geht es in der Pop-Musik ja wohl mal nicht um Inhalt, sondern um Effekt (gerne). Aber hey, immerhin entfernt sich “E. T.” vom Cupcake-Kackehaufen-Feeling der letzten beiden Songs. Das ist gut, weil Katy endlich mal wieder das böse Mädchen sein darf. Der Beat? Sowas wie die Gothic-Version von “We Will Rock You”. Die Rap-Parts von Mister West? Etwas lieblos an Anfang und Ende geklatscht. Unkreativ.
Wenn ich über Songs schreibe, lasse ich sie grundsätzlich in selbstauferlegter Dauerschleife laufen, um die Langzeitwirkung einzuschätzen. Ich will gerade “Keine Liebe auf den ersten Ton” tippen, als es passiert. Aus Scheiße wird Trommelfellgold. Ach, Katy – dieses Mal war es gar nicht so schwer.
das video ist ja jetz auch eher lame… aber der anfang erinnert daran: http://www.youtube.com/watch?v=OnoJecu9e7c (guter film btw) das lied an sich bleibt auf jeden fall im kopf…
Hervorragendes Video..aber echt mieser Song.
Also ich für meinen Teil liebe den Song seit ich das Album illegal erstanden habe! Er ist keiner ihrer großartigsten lyrischen Ergüsse aber geht definitiv ins Ohr!
ABER wo ich mal super rummeckern muss ist an deinem verständnis für englische lyrics! Die sind nähmlich eher ziemlich häufig großartig!
Nur benutzen die halt eben sehr viele Metaphern! Und deutsche können in 90% der Fälle davon ausgehen, dass wenn sie einem songtext scheiße finden sie ihn in Wirklichkeit einfach nur nicht verstehen!