Frauen funktionieren in der Musikszene fast nur als Einzelphänomen. Girl Groups mal ausgeschlossen. Und wenn sie dann doch mal als Frontfrau einer Band fungieren, versteckt sich der Rest erstaunlich schnell hinter ihr im Dunkeln. Ob es daran liegt, dass im Rampenlicht neben zwei Brüsten einfach kein Platz mehr ist? Oder dass wir uns bei einer Mehr-Musiker-Combo auf das Wesentliche konzentrieren müssen?
Eigentlich wollte ich genau über diese Tatsache schreiben. Doch als sich der Gedanke durch mein Kleinhirn fraß, verpasste ihm das Duo-Phänomen einen fetten Tritt. Natürlich. Wie konnte ich das vergessen? The Ting Tings. Oder die White Stripes. Zwei Instrumente, zwei Personen, eine Frau und ein Mann. Das älteste Erfolgsrezept der Welt.
Und das Internet wäre nicht das Internet, wenn es mir nicht gleich ein frisches Vorzeigebeispiel geliefert hätte: The Hundred In The Hands. Aus Brooklyn. Frontfrau Eleanore Everdell und ihr Kollege Jason Friedman machen das, was bei mir immer zieht. Synthie-Sound. Saftige Bassline. Perfekt. Die Beiden bezeichnen das Ganze natürlich etwas spektakulärer: Meine Damen und Herren, heute präsentieren wir Ihnen Housegaze und Mutant R’n'B. Okay. Wichtig ist: Es klingt gut. Und ist dabei auch noch verdammt gutaussehend.
Das beinahe ein Jahr alte “Pigeons” zeigt, dass man Produzenten für diese wirklich gute Musik-Video-Optik nicht unbedingt tonnenweise Dollarscheinchen in den Arsch schieben muss. Eine gute Idee reicht. Zum Beispiel das Mädchen von nebenan, das im Schwedenkleid ein Feuerwerk kotzt. Und jetzt wollen wir bitte Sommer. Serviert mit einem Kaltgetränk. Sofort.
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Du hast Roxette vergessen. ROXETTE. Gibts ja nicht.