Meine beste Freundin und mich verbindet viel Liebe, ein halbes Leben und zahlreiche Ex-Freunde. Was nicht bedeutet, dass unglaublich viele Wesen ihre Pimmel gleichzeitig in uns reingesteckt haben. Die wichtigsten Männer prägten unsere Gefühle auf eine platonische Weise. Gute Freunde sind Lebensabschnittsgefährten mit Haltbarkeitsdatum, an das wir bis zum Ende nicht so wirklich glauben wollten.
Dass man sich trennt, ohne Schluss zu machen, ist das Schicksal der sexlosen menschlichen Zuneigung. Freundschaften enden nie mit “Ich will nichts mehr von dir”. Sie bröckeln. Was bleibt? Eine schweigende Übereinkunft. Bis dir Zuckerbergs Crew eine E-Mail schickt. Betreff: “Tom möchte mit dir auf Facebook befreundet sein.”
Du zwinkerst und klickst mit angehaltenem Atem auf den Link. Wie viele Toms gibt es auf dieser Welt? Drei komma fünf Millionen? Das Profilbild. Okay. Es ist Tom, der mit mir auf Facebook befreundet sein will. Wir teilten die beste Musik, die sonnigsten Nachmittage, die schönsten Filme, die lautesten Konzerte, die tollsten Menschen. Dass ich Brüste habe und er einen Penis spielte keine Rolle. Trotzdem kam der große Knall. Ruhe. Ende.
Facebook ist kein verficktes Pokemon-Spiel
Ich schickte ihm “Wäre doch mal wieder cool”-Blicke, “Wäre doch mal wieder cool”-SMSen, “Wäre doch mal wieder cool”-Mails. Wie Miranda an Carrie, im ersten “Sex And The City”-Film. Die beiden versöhnten sich an einem regnerischen Tag im Taxi. Wir dachten uns “Ach, fick dich” und hörten nie wieder etwas voneinander. Die Schuld geben wir uns gegenseitig. Vermutlich.
Tom will mit dir auf Facebook befreundet sein. Mehr nicht. Keine “Wäre doch mal wieder cool”-SMS, “Wäre doch mal wieder cool”-Mail oder “Wäre doch mal wieder cool”-Nachricht. Warum denn bitte, verdammte Scheiße? Ich halte nichts von Online-Freundschaftsbegriffsmimi und muss auf einmal selbst darüber nachdenken. Warum fällt es mir leichter, die Facebook-Anfrage von jemanden anzunehmen, mit dem ich irgendwo mal angestoßen habe, als von jemanden, der mir beim Kotzen die Haare gehalten hat?
Facebook ist kein verficktes Pokemon-Spiel. Schnapp sie dir alle? Vergesst es. Das nervt.
Darf es wirklich so leicht sein?
“Hm … vielleicht will er damit auch nur signalisieren, dass das Ganze nicht so gut gelaufen ist?”, fragt meine beste Freundin vorsichtig.
“Hätte er das dann nicht einfach in eine beschissene Nachricht schreiben können? Arsch!”, antworte ich. Verunsichert.
Nehmen wir Online-Freundschaftsanfragen von Menschen an, die wir offline schon lange enttäuscht vergessen haben? Facebook macht es uns leicht. Darf es wirklich so leicht sein?
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nein, darf es nicht. eignet sich aber ganz toll dafür die alte freunde mal n bisschen abzuchecken.
nimm an und frag ihn was er möchte.
freundschaft?
online freundschaft?
1 million freunde auf facebook?
Gleiches ist mir auch passiert. Zwar nicht bei Facebook, aber so ähnlich. Exfreund klopft an, mit dem seit mittlerweile 10 Jahren Funktsille herrschte…
Ich habe angenommen und gleich eine Mail bekommen mit “Krass, ich hätte nie gedacht, dass du annimmst… das freut mich echt!”
Dann ein wenig hin und her gemailt, gefreut, telefoniert und festgestellt dass man sich zwar leiden mag, aber nicht mehr sehr viel gemein hat… aber nett war es trotzdem. Es kommt immer darauf an, aber ich bin für eine Chance, kann auch mal nett sein.