Den Namen für meine imaginäre Was-Weiß-Ich-Gitarrenschrammelband habe ich schon seit ich denken kann. Hell yeah, ich finde Chairwalk wahnsinnig lustig und innovativ. Als einziger Mensch auf diesem Planeten. Ich weiß.
Die Plattenbranche hat eine Konstante: Neben dem Ton macht der Band-Titel die Musik. Da hätten wir die enghosigen Thes. Die weithosigen Wortspielcombos. MySpace-Mädchen, die ihren strangen Drittnamen benutzen. Punkbands verpassen ihrem Image mit ekligen Ausscheidungen in der Band-Benennung die richtige Würze. Und begehrenswerter als Anfangsbuchstaben sind eigentlich nur noch Oldschool-Vornamen. Bestes Beispiel: Mein neuer Kopfhörer-Liebling, der seit zwei Jahren die Indieszene unsicher macht – und sich schlicht (und Franz-Ferdinand-Fuck-Off-mäßig) Wolf Gang nennt.
Hinter dieser Buchstabenkombi steckt der Londoner Max McElligott. Seine Kopfstimme lässt mich erstmal an Justin Hawkins denken. In entspannt. Das darf jemand, der schon beim Marina And The Diamonds-Entdeckerlabel Neon Gold am Start war, ja auch sein. Produziert könnte man Wolf Gang dann glatt mit den Killers verwechseln. Nur in gut. Ich verehre das Professionelle. Und liebe das Unperfekte. Eine Combo, die im Autotune- und Konserven-Jahrzehnt auch noch überragend klingt, wenn man ihnen in irgendeinem lausigen Hinterhof eine Gitarre in die Hand drückt, hat immer ein paar Punkte gut. Und außerdem haben Mister McElligott und seine Jungs noch diesen verdammt coolen Bandnamen, der – ach, ihr wisst schon.
Bild: discoscience