Kennt ihr dieses Chucks-Phänomen? Solange wir sie tragen, sind die guten Stücke authentisch, wild, alternativ und wunderschön. Werden sie plötzlich von der gesamten Unterstufe ausgeführt, ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis eine französische Glitzertiger-Version auf den Markt kommt. Ergo: Inakzeptabel. Genau wie unsere Lieblingsbands, wenn sie nach Jahren von den Radio-Programmchefs entdeckt werden. Die die Glitzertiger-Chucksmädchen dann in die ersten Konzert-Reihen treiben. Was alle gut finden, können wir auf einmal nicht mehr aufrichtig lieben.
Trotzdem habe ich mich gefreut wie ein Schweinefleischprodukt, als mir die Beatsteaks damals mit “Hand In Hand” zum ersten Mal im MTV-Nachtprogramm begegnet sind. Vielleicht, weil sie genau zur selben Zeit wie ich aus der 48/49-Phase rausgewachsen sind. Weil sie so jedes Festival, auf dem ich auch war, bespielen konnten. Oder weil ich auch nur eins dieser mainstreamigen Glitzertiger-Mädchen bin. Wer weiß das schon.
Am Wochenende tauchte das nagelneue Video zu “Milk & Honey” in ihrem YouTube-Channel auf. Drei Jahre nach “Limbo Messiah”, neununddreißig Tage vor ihrem sechsten Studioalbum “Boombox”. Arnim dingst mit seiner Truppe durch Berlin, es gibt Schnee und sie zeigen, dass sie es noch können. Mehr aber auch nicht. Der Sound ist tollstens, vertraut, passend, ja, angenehm. Wie ein stressfreies Unter-der-Woche-Frühstück. Und was konsumiert der Durchschnittsdeutsche kurz nach dem Aufstehen am liebsten? Milch und Honig. Vermutlich. Guten Appetit!
Bild: ydnammmm
oh mann, ich hör das lied irgendwie den ganzen tag, ist einfach nur entspannend
Oh ja, ich bin auch verliebt. Trotz allem. Ich glaube, ich wäre es auch noch, wenn sie, ähm, Jimi Blue covern würden. Beatsteaks <3