httpvh://www.youtube.com/watch?v=Oy4gVF4JcnA
Es gibt ein Thema, das meinen geschätzten Kollegen Herrn M und mich zu erbitterten Todfeinden macht: Deutsche Kinofilme. Wenn er jetzt gleich liest, dass ich hier schreibe wie geil ich die finde, wird er im sdbr-Wolkenkratzer hasserfüllt meine Kajalstifte zerbrechen. Mindestens. Und sollte er außerdem wieder von “der unmöglichen Belichtung, den inakzeptablen Kamerafahrten und den pussymäßigen Sponsoren, die noch pussymäßigere Stories verursachen” texten, stelle ich mir im Gegenzug genüsslich vor, seinen Lieblingsjoghurt aus dem Kühlschrank zu klauen, in Reagenzgläser abzufüllen und als Sperma im Park an verzweifelte Mittvierzigerinnen zu verticken.
Aber lassen wir das, denn jetzt geht’s erstmal um Robert Stadlober. Den ich übrigens teilweise verdammt heiß finde. Also weniger in “Crazy” oder “Sonnenallee” als in “Engel & Joe”. (Ich hoffe, ihr habt Film gesehen, weil euch sonst eine wirklich wunderschöne Lovestory entgangen ist. Oh ja.) Und es gibt endlich wieder Nachschub: Am Donnerstag läuft in den Kinos unseres Vertrauens ein Stadlober-Streifen an, der auf den wunderschönen Namen “Zarte Parasiten” hört und voll viel Herz hat – allerdings nur gegen Kohle. Robert, der im Film Jakob heißt, und seine Freundin Manu betreiben auf den ersten Blick ein knallhartes Business: Sie verkaufen Zugehörigkeit, Zuneigung und Geborgenheit, indem sie für verschiedene Leute sowas wie den Bezahlfreund geben. Sie kümmern sich um sie. Sie sind da. Und zwar mit Einsatz.
Im Film kommt das natürlich nicht geldgeil rüber, sondern alternativ: Die beiden leben im Wald, pennen in einem Zelt und scheißen auf Besitztümer. Manu pflegt im Moment eine alte und kranke Frau. Jakob gibt den Ersatzsohn bei einem gut betuchten Ehepaar, das den Tod des leiblichen Jungens nie wirklich verkraftet hat. So weit, so gut. Doch weil es für Manu ein Job bleibt, während sich Jakob immer tiefer in seinem neuen Familienleben verstrickt, wird es schwierig. Vor allem zwischen den beiden. Irgendwie steht Jakob mehr auf dieses Bindungsding, als er zugeben will und verletzt damit ganz klar die erste Regel: Knutsche nie mit deinem Freier. Oder ist das logische Konsequenz einer emotionalen Dienstleistung? Zeit, Gespräche, Nähe, sowas wie Liebe. Wie soll man Job und Privatleben trennen, wenn überall dasselbe investiert werden muss? Das ist so deutscher Film, ich weiß. Aber ich mag das.
Klingt eigentlich nach nem interessanten Jobkonzept. Und übrigens, nach Engel und Joe war ich ein kleines bisschen in Jana Pallaske verknallt.
Die Jana war ja auch Zucker! Genauso wie der ganze Film. Hach … blöderweise besitze ich aber nur noch die DVD-Hülle.
Ich glaube, deutsche Kinofilme verkacken mit ihrem Titel schon ziemlich viel.. zum Beispiel hier: Idee klingt gut, interessant und alles, Besetzung auch, aber spätestens, wenn du den unmöglichen Titel hörst, reichts. Das übertrifft sogar Keinohrhasen und das will was heissen!