“Das ist mein neuer Lieblingssong, aber er ist einfach ein Arschloch” ist eine dieser ganz gruseligen Erfahrungen im Leben, die ekelhaft-geile Gänsehaut verursachen. Und genau in diesem Moment rappt der Typ in meinem neuen favorisierten Track doch tatsächlich sowas wie „… they can kiss my whole ass / More specifically, they can kiss my asshole / I’m an asshole“
Angst?!
Aber zurück zum Text. “Power” von unserem selbsternannten Twittergott Kanye West gehört zu der Gattung Songs, bei denen es mir sowas von egal ist, was der eingebildete Spast da eigentlich erzählt.
Also reden wir über die Musik. Gut Produziert. Ach was – überragend! Warum können wir Deutschen sowas eigentlich nicht? Erst ‘n schöner Vocal Loop. Ich mag sowas. Dann Kanyes Stimme. Kann man drüber streiten – ich finde natürlich, sie klingt genau so, wie sie klingen sollte: Leicht nasal. Abgehoben arrogant eben. Alles noch im Gleichgewicht. Dann eine im ersten Moment wirklich harte Bassline. Man denkt schon: Wow! Oder auch: Haha! Jetzt wird seine Stimme aber plattgemacht. Und dann kriegen es Kanyes kranke Produzenten irgendwie hin und das Verhältnis stimmt genau. Es ist zum Ausrasten. Denn jetzt muss wirklich viel passieren, damit mir der Track nicht mehr gefällt. Ach, verdammt. Schön im Hintergrund, aber natürlich genau richtig, kommt auch noch ein wunderschöner Synthie-Sound um die Ecke.
Ein bisschen Captain Future-Style und das passt. Sitzt. Mann. Break. Kurzer Vocal-Einschub mit Megaphone-Effekt – 21st century schizoid man! – und bämm! wird der Beat von einem schönen ganz kurzen orchestralen Brass wieder angeschoben. Das Lied rollt und funktioniert einfach. Immer wieder neue Elemente, die auftauchen. Jetzt ein klassisches Klavier, dann die Streicher. Das könnte ewig so weitergehen. Und was kommt jetzt noch? „Now this would be a beautiful death / Jumpin’ out the window / Lettin’ everything go / Lettin’ everything go / You got the power to let power go“.
Sowas gibt es nicht so oft. Also im Verhältnis. Und ich glaube, genau dieses zwielichte Phänomen sorgt auch dafür, dass David Guetta ständig in den oberen Chartssphären rumeiert und Dieter Bohen still und heimlich Millionen scheffelt. Weil es unseren Gehörgängen im Zweifelsfall immer noch scheißegal ist, unter welchem Namen das Wahnsinnsbrett denn jetzt vertrieben wird.
Es geht um den Track. Ob wir wollen oder nicht.
Ich mag rappen generell nicht so. Daher ist das auch nicht mein Fall.
Ich mag das göttlichklingende Ooh Eeh…
Und das Video ist genau mein Fall.
Vielleicht habt ihr ja mitbekommen, dass man Kanye West inzwischen wieder mögen darf, da ihn alle hassen.
…und dann kommt man irgendwie auf nen blog kommt, der einen sowieso schon flasht, man sich durch die vielen guten songs hört und plötzlich liest:
“official remix for Kanye West’s “Power””, man “mal schaun” denkt, auf play drückt und JAY-Z einem die schuhe auszieht…. ayayay.
ps.: und es is so furchtbar naheliegend, aber ziemlich am ende des remix kommt ein sample zum schmunzeln: “i got the power” von snap!
(wer braucht schon grammatik…)
hier der link zum remix:
http://soundcloud.com/hypetrak/kanye-west-featuring-jay-z-and-swizz-beatz-power-remix
Kanye s got some attitude, aber ich würde nicht sagen, dass er wirklich so ein Arschloch ist. Nicht weil ich ihn persönlich kenne
, sondern weil seine Konzerte eine andere Sprache sprechen. Er ist der coolste zu seinen Fans, legt sich mächtig ins Zeug und bietet knapp zwei Stdn die geilsten Shows. Er wirkt dabei sehr herzlich
Und dann manchmal, wenns mit ihm durchgeht erleben wir so lustige Sachen, wie bei den MTV Awards als er gegen Taylor Who verloren hat. Tru entertainer