
Turnbeutel, Mann. Wenn ich an diese ekelhaft-sackförmige
Sportklamotten-Verpackung denke, steigt mir sofort der Geruch der Grundschuljungs-Umkleide in die Nase. Dafür kann der Beutel natürlich wenig. Trotzdem führt er irgendwie zwangsweise erstmal zu dieser geruchstechnisch eher unerfreulichen Retrospektive und das ist auch der Grund, warum ich bald nur noch mit geistiger Nasenklammer Schuhe einkaufen gehen kann – zumindest, wenn mich mein Latschen-Fetisch in Richtung Puma treiben sollte (dass ich bekennender Sneakers-Fetischist bin, wisst ihr ja hoffentlich, oder?).
Denn wenn man der Riesensportschuhraubkatze glauben darf, gibt’s ihre Treter ab 2011 und für ewig nur noch in ökomäßig voll hart auf Mutter Erde abgestimmten … ähm ja, Turnbeuteln. Und während Puma für die tolle Biobeutel-Idee wahrscheinlich zu Recht ‘n paar fette Fleißsternchen bei der Lohas-Gemeinde abstauben wird, frage ich Umwelt-Arschloch mich die ganze Zeit: Wohin zur Hölle packe ich dann in den nächsten Jahrzehnten die ganzen (ungelesenen) Analog-Briefe, Quelle-Mahnungen und Postkarten? Wohin sollen die Mixtapes (und Benjamin Blümchen-Kassetten)? Die Nägel und die Inbus-Schlüssel? Die alten Geldbeutel und Notizbücher?
Jeder Schuhkarton, den ich in meinem Leben besessen habe, hatte eine einfache und wirklich nützliche und auch noch echt wichtige Funktion: Die sorglose Aufbewahrung von unwichtigen Dingen, die man eben … ja … aufbewahren will.
Vielleicht sind das hier ja auch nur die wirren Worte eines besorgten Teilzeit-Messis. Aber das macht nichts, weil sich doch trotz allem die nächste berechtigte Frage stellt: Worin verpacke ich in Zukunft die ganzen wichtigen unwichtigen Dinge meines Leben, wenn die anderen Schuhhersteller demnächst in Pumas Fußstapfen treten werden und die endlose Quelle der quadratischen Boxen irgendwann versiegen sollte?
Ein kurzer Zwischenruf sei natürlich erlaubt und ihr dürft euch jetzt gerne mit gutem Gewissen fragen, warum um alles in der Welt dieser Papp-Schädel von Autor eigentlich über Kartons und Beutel schreibt (und ob der vielleicht auch auf’m Balkon lebt, weil seine Wohnung voller Schuhkartons steht)? Zum Zweiten: Nein! Zum Ersten: Weil ich methaphermäßig gerade auf ‘nem ganz miesen Trip bin (vielleicht) und philosopisch sowieso.
Also folgt mir auf dem Pfad der unendlichen Lebensweisheiten und nickt brav, wenn ich euch folgende Worte verkünde – alles im Leben hat eine Verpackung. Schlechte Nachrichten. Wahre Liebe. Dreckige Lügen. Gute Arbeit. Schöne Titten. Weniger schöne Titten. Offene Rechnungen. Überlebenswichtige Zigaretten. Ihr wisst schon. Und ich für meinen Teil sortiere das Ganze lieber in einem Karton. In ‘nem Beutel hängt schließlich alles nur unnötig durch, nicht wahr?
Bei mir ersetzen Schuhkartons gerade die fehlenden Schubladen meines “Schreibtischs”, soll ich etwa Turnbeutel an die Ecken der Tischplatte hängen?
Danke für diesen Guten-Morgen-Post =)
iar. turnbeutel. eklig.
daran kann ich mich auch noch sehr genau erinnern. leider.
aber das mit puma is yeah naja.
21 jahre? –> 21 jahre mussten viel menschen extra daran arbeiten: konzeptpapier, stromkosten dass die nich im dunkeln sitzten sondern bei licht am pc, die abgase von dem wie sie zur arbeit gefahren sind o.ô
alter, das ist sparen auf dem höchsten niveau. RESPEKT!
iwie wird das doch eh niemand als turnbeutel nehmen oder?
btw was hat lia.R für eine tasche? für studium, shoppen was auch immer…
jessy, über das Taschenthema hab ich mich hier schon mal ausufernd ausgelassen, kannste gerne durchstöbern
Wenn wirklich viel Zeug in die Uni mitmuss (Notebook! Monsterwasserflasche!) klaue ich auch gern mal die dort abgebildete Riesenumhängetasche von Herrn M. Ansonsten muss der gute alte Jutebeutel – zur Zeit am liebsten in der Deine Jugend-Product-Placement-Edition
– herhalten: