
Wenn du an die hundert Öcken dafür hinlegst, um Kacke, Schweiß, laute Musik und Ungeduschtheit an allen nur erdenklichen Orten vorzufinden, dann bist du höchstwahrscheinlich auf einer Veranstaltung namens Rock am Ring und/oder Konsorten gelandet. Dass die kommenden mehrtägigen Musik-Marathons nichts für Muschis sind, haben ich als unangefochtene Expertin (oh yes!) ja schon letztes Jahr an dieser Stelle belegt.
Was ich trotz meiner wilden Erfahrungsjugendjahre aber nie wirklich geschafft habe: Die Festival-Klamottenfrage zu lösen. Das erklärte Ziel wäre nach wie vor: So wenig wie möglich dabei zu haben und trotzdem heiß gestylt sowie bis zum Spontankotzanfall deiner Lieblingsmenschen gerüstet zu sein. Monatelang arbeitete ich an der Optimierung meiner Tasche. Genauso viel Stoffvorräte am Start zu haben, um bis zur Heimfahrt bekleidet zu sein und trotzdem nichts Ungetragenes wieder mit nach Hause schleppen zu müssen ist gar nicht so leicht, wie es sich anhört und erfordert einige Opfer.
Am kältesten Southside meines Leben wäre ich dank dieser Lebensaufgabe beinahe jämmerlich im Zelt erforen. Im Jahr darauf schleppte ich wissend meine Winterjacke an und musste mir eine kurze Jeans aus den Klamottenvorräten meiner Jungs basteln, weil die Sonne beschloss, den Alkohol und die damit befüllten Besucher auf gefühlte 75 Grad zu erwärmen. Das fünfte Paar Ersatzsocken rationalisierte ich nach und nach knallhart weg, weil ich Schlamm für ein Gerücht hielt, bis ich beim Chiemsee Reggae Summer knöchelhoch in der Kuhscheiße stand. Kopfbedeckungen sind absolut überflüssig und geradezu prädestiniert zum Verlieren, befand ich kurz darauf, was mir die sexuelle Erfahrung eines Sonnenbrands auf der Kopfhaut verschaffte. Undsoweiter. Die Leidensgeschichte ist quasi endlos.
Kackehaufen vor den fancy Zelteingängen
Ob man es nun glaubt oder nicht: Auch einer Pussy, die morgens gerne mal die Bahn verpasst, weil sie sich einbildet, dass das Outfit der anstehenden absolut waynigen Tätigkeit spontan doch nicht gerecht wird, ist auf einem Festival vor allem so wenig Schlepperei wie möglich wichtig. Und deshalb wünsche ich unseren kalifornischen Coachella-Besuchern auch für immer Kackehaufen vor ihre fancy Zelteingänge.
Weil sie allen kleinen Festivalistas, die in diesem Jahr ihre Dreitagewach-Premiere feiern, ein völlig falsches Bild von heißem Livemusik-Style vermitteln: Beim Crowdsurfen will niemand unter dir wirklich wissen, welchen Stofffetzen du zwischen deinen verklebten Schenkeln klemmen hast, liebe Katy Perry. Natürlich war es unklug, keine Kopfbedeckung mitzunehmen, Frau Rechtsoben, aber musstest du dir deshalb ein unschuldiges Kissen stehlen und es verwursten? Und, bitte, Miss Lowe, jede vernünftige Lady lässt ja wohl mal als erstes den Accessoire-Kasten zu Hause und achtet darauf, dass neben Kajal, Shorts und Top noch genügend Flüssignahrung in das Täschchen passt.
Ausnahmen sind übrigens nur erlaubt, wenn man kurz davor ist, Busy P zu vögeln. Dieser Schnappschuss ist noch frisch und dass ich die rechts mit den Herzchen auf den Nippeln bin, hättet ihr ja wohl erkannt, oder?
Und weil der Herr W gerade so nett fragt, gibt es hier abschließend noch meine intime Top 5 der Things I Lost While Partying”, in der Livemusik-Specialedition und aufsteigender Reihenfolge, versteht sich.
5. Ein Zelt (dieses quotenmäßige, nach einer Dosensprengung aber wirklich nötige auf dem Campingplatz stehen lassen.)
4. Meine “Abi 06″-Pornobrille, sozusagen ein Vorläufer des Atzenmodells, die ich betrunken wunderschön fand, oh ja.
3. Gefühlte fünfzig Girlie-Shirts (im Gegenzug habe ich aber die gleiche Anzahl an Männerklamotten dazu bekommen.)
2. Die Makellosigkeit meiner Beine (eine fette Narbe unterm Knie. Ein Bike und ein Bordstein waren die Hauptdarsteller in der Produktion.)
1. Eine Digicam von Konica Minolta, mit der ich die sexuellen Herren von Deichkind und mich in vierzigfacher Ausführung beim Wodkatrinken dokumentiert habe. Weil das Teil einem Freund gehörte und nicht mehr produziert wird, wohl unersetzlich und deshalb damals durch ein sündhaft teures Entschädigungsteil wiedergutgemacht.
Und ihr so? Stylingtipps? “Ich hab meine Unschuld verloren”-Geständnisse? Immer her damit.

Also letztes Jahr aufm Hurricane. Da hatte ich auch zuviel mit. Schuhmäßig waren es alte olle Slip Ons die danach in den Riesenmüllcontainer kamen und meine Gummistiefel. Ansonsten: Eine Jeans, eine Shorts, paar Shirts und eine Fleecejacke+Daunenweste zum drunterziehen und eigentlich gings.
Achja, eine grüne Regenjacke war noch dabei, und ein Studivz-Regencape für n Euro hab ich mir dort gekauft. Aber leider war mein Zelt überbelegt, da eine damalige Freundin so nett war sich ungefragt einzuquartieren.. hab dann halt AUF meinen Sachen geschlafen. Yeah.
Nächstes Mal werde ich an Shirts sparen. Schließlich kauft man sich da ja noch die ein oder andere Festivalerinnerung in Form vom Tshirt der neuen Lieblingsband.
Ich hab beim Opfen Flair vor zwei Jahren bekifft mit meinem Exfreund gevögelt und mich 6 Stunden später in einen Sportstudent aus Köln verliebt, den alle nur Bottason nannten. Ich schwöre, er ist der heißteste Mann auf diesem Planeten. Am selben Wochenende hab ich Maike kennen gelernt, ein super Mädchen, die mir ein halbes Jahr später spontan ein altes Spice-Girls-Tshirt von sich zuschickte, das ich auf einer Bad-Taste-Party tragen wollte. Und beim Open Flair im letzten Jahr saßen zwei total fertige Mitglieder von Jennifer Rostock mit uns vorm Zelt, das hab ich aber nicht mehr mitgekriegt. Ich war damals froh, dass ich mein Leben hab.
Und ich frage mich seit zwei Monaten ob ich aufs diesjährige Hurricane gehen soll. Hat jemand eine Antwort für mich? Ich bin so dermaßen pleite
wie wärs mit southside dieses jahr
?
@franzi
da bin ich. verpasste auch keine band, weil nix parallel ist.
wenn da nich mein abiball wär würd ich auf der stelle hin.. das line up.. hach..
sonst fahr zum deichbrand, klein aber fein
ich empfehle das area 4.
pro: gute bands, nicht zu riesig, kurze wege vom zeltplatz zum gelände und zu den klo´s… und jetzt kommts WASSERTOILETTEN (allerdings von 12-15 Uhr stark überfüllt, aber für frühaufsteher/
pätinszeltverschwinder sehr geeignet)!! duschen geht morgends auch sehr gut.
kontra: langer weg vom parkplatz zum zeltplatz (ausser die lieben nachbarn öffnen für einen den zaun, was übrigends ganz hervorragend funktioniert) und die aufpasser (!!! vorsicht die sind echt bissig)
auch spassig sich wegen einem rosa disneyprinzessinenbecher mit deckel und einem termalwasserspray wie ein terrorist abführen lassen zu müssen
Frauke, yep, mitgebrachte Shirts werden sowieso völlig überbewertet. Nimm am besten keins mehr mit, das freut die “Brustvergrößerung durch Handauflegen”-Herren
Franzi, oh wow, willste die Story nicht eventuell an GZSZ verkaufen? Klingt sowas von Soap-mäßig das Ganze
Ja, ich bin auch absolut abgebrannt und überlege wegen dem Hurricane-Schwesterchen Southside hin und her … das Line-up ist halt (leider) schon ziemlich sexuell …
laura, ich würde übelst gerne hinfahren, aber ich muss echt gucken wegen Kontostand und so … leider.
bubblelephant, “sich wegen einem rosa disneyprinzessinenbecher mit deckel und einem termalwasserspray wie ein terrorist abführen lassen zu müssen” ist doch der wahre Punk
!
Nun bin ich schon die zweite die will, dass das Southside dich zu sehen bekommt
Meine Karte hängt schon ganz ehrenwürdig seit zwei Monaten an meiner Pinnwand. Sowas wie ‘ne Droge – nur noch besser, da ich das Ding nur anschauen muss und mir hauts sofort ein mega breites Grinsen auf’s Gesicht.
meine hurricanekarte hängt seid september am schrank und wartet auf einsatz.
Was ich mitnehme: Stiefel, 3 paar Strumpfhosen, ein Kleid, ein Pulli mit dem aufdruck: kill for coke (das hat letztes jahr wunder gegen durst entfacht.. hab noch nie so viel cola geschenk bekommen..) eine jeans fürs bungee jumping oder ähnliches und eine sonnenbrille.. oh und eine neongrüne gürteltasche (hässliches wort.. wie nennt man die heutzutage das es cooler klingt), damit mich meine leute durch die menge wiedererkennen.
was ich jedes jahr verliere: diese geilen campingstühle mit getränkehalter
welche tipps ich geben kann: glasflaschen im schlafsack einrollen, so umgeht man das glasverbot aufm zeltplatz.
was ich nie mehr machen werde: … ääähhmm.. i got erection übers feld schreien
i love festival
Festivals sind so gar nichts für mich. Ich muss zugeben, da bin ich wohl ‘ne ziemliche Pussy.
3 Tage ungeduscht in Matsch und auf verkackte Dixieklos gehn ist nicht für Madame
Danke, übrigens
Die Sache mit dem Abi, is wirklich total überbewertet ^^
Jetzt heißt’s auf jeden Fall erstmal Party hard !
Anja, ich beneide dich jetzt schon um dein Kärtchen
franzi, haha, aber wenn Turbonegro am Start ist, lässt sich das ja gar nicht vermeiden …
Lisa, das ist wie so ‘n Backpacker-Survival-Trip: Wenn man erstmal da ist, kommt man mit allem klar