Darauf ‘n Mezzo-Mix: Lena Meyer-Landrut hat sich im USFO-Finale (natürlich) durchgesetzt und ist Ende Mai unser Star beim “Eurovision Song Contest” in Oslo. Das Sahnehäubchen auf dem Kuchen unter den deutschen Casting-Shows? Fast. Wären da nicht die ganz und gar seltsamen Songs, die uns am Freitag vorgesetzt wurden. Wir haben die Composer mal unter die Lupe genommen …
Die professionellen Herrschaften von der Online-Fernsehkritik sind
schon eine lustige Gemeinde. Kaum bietet ihnen der Raabsche Casting-Zirkus im öffentlich-rechtlichen Fernsehen eine blutjunge, gerade mal volljährige Kreuzung aus Nora Tschirner und Kate Nash, geht’s ab zum in Wörter verpacktes Gruppenwichsen.
Und soll ich euch mal was gestehen? Für einen winzig kleinen Moment wurde mir Lena sogar sympathisch. Als sie kurz nach der Kürung zum einzig wahren Oslo-Star kurz vorm Wegklappen war und fertig ohne Ende “Kann ich vielleicht was trinken” als erstes Statement abgelassen hat. Weil man da zum ersten Mal sicher sein konnte, dass sie in diesem Moment hundertprozentig echt und ehrlich war. Das Grinsen verpisste sich nach dem anschließenden “Krass-Baby-Derbe-Derbe-Derbe-Alter-Finne ach ja, und hab ich schon Derbe erwähnt?”-Wortmarathon aber ziemlich schnell wieder aus meinem Gesicht.
Ach ja, und noch was war – wie anfangs schon bemotzt –
so ganz und gar nicht knorke an der letzten USFO-Ausgabe: Wer zur Hölle hat die grottenschlechten bis geht so Songs, die zur Wahl standen, verbrochen? Das würdet ihr auch gerne wissen? Gar kein Ding: Wir haben natürlich weder Kosten noch sexuellen Einsatz gescheut und dank dem verschwenderischen Einsatz von K.O.-Tropfen, Schweizer Bestechungsgeld und dem Tittenbonus herausgefunden, wer hinter den musikalischen Resultaten des Finales steckt.
Ähm, bitte?! “Bee”
[ zum Song ]
Wer den ersten Song der beiden Kandidatinnen schon für ein Disaster hält, sollte jetzt dringend aufhören, weiterzulesen. Der Song stammt nämlich unter anderem aus der Feder von Per Kristian Ottestad, einem norwegischen Composer, der auch “Come Undone” für Robbie Williams geschrieben hat. Dass er zusammen mit Rosi Golan und Mayaeni Strauss ausgerechnet für uns so tief in der akustischen Kläranalage gewühlt haben zu scheint, betrachten wir deshalb fast schon als persönliche Beleidigung.
Geht ja mal gar nicht: “I care for you”
[ zum Song ]
Jennifers Song verkörpert alles, was Privatradio-Musikchefs total horny macht und jeden, der als Musikgeschmack nicht gerade “Och, eigentlich alles” angibt, panisch zu Wattestäbchen greifen lässt, um die Ohren so schnell wie möglich schalldicht zu machen. Meine Damen und Herren, wir dürfen Ihnen hier mehr oder weniger stolz die deutschen Urheber von der auf sie zugeschnittenen Nummer präsentieren: Martin “Fly” Fliegenschmidt, der unter anderem mit seiner Kölner Band “Parka” unterwegs ist, sein Songwriter-Kollege Claudio Pagonis (Spots für Esprit und Audi, Songs für Alexander Klaws, No Angels, Daniel Schumacher, hach ja) und SSDSGPS-Gewinner Max Mutzke.
Sieger der Herzen: “Love Me”
[ zum Song ]
USFO wäre natürlich keine Raab-Show, wenn der feine Herr Jury-Boss höchstpersönlich nicht auch einen Song zur finalen Auswahl beigetragen hätte. “Love me” hat alles, was eine Komposition von Stefan Raab normalerweise eben so mitbringt – aber wenigstens ist das Teil keine Ballade. Kleines Bonbon zum Schluss: Den Text hat der USFO-Master gemeinsam mit Lena geschrieben. In feinstem British English, klar doch.
Der Sieger-Song: “Satellite”
[ zum Song ]
Und wieder diese Glöckchen. Hilfe. Also in der Lena-Version (Jennifers Interpretation will ich an dieser Stelle mal lieber dezent übergehen). Verantwortlich für unseren aktuellen Grand Prix-Titel: Ein Songwriter-Duo, dass sich schwer nach Porno-Cast anhört. Julie Frost und John Gordon sind sich 2008 über den Weg gelaufen und schreiben ihre Songs seitdem am liebsten gemeinsam. John kommt aus Dänemark und hat schon für heiße Ladies wie Rihanna, Beyoncé, Mary J. Blige, Mariah Carey und Britney Spears gearbeitet, die Hörbeispiele von Julie, ihres Zeichens wohnhaft in Amiland, findet ihr hier.
Und, was sagt ihr zu den USFO-Songs? Seid ihr auch so sauer wie die Twitter-Menschen, weil “Love Me” von den Zuschauern verschmäht wurde? Oder lauert ihr etwa in diesem Moment mit Baseballschlägern vor unserer Wohnungstür, weil ihr doch “Bee” oh so überragend findet?
Aloha,
mir ist es zwar wurscht, aber ich dachte immer, dass beim Eurovision-blah ein gewisser Anteil des Textes auf Deutsch bzw. eben der Landessprache sein muss… naja offenbar eine Fehlinfo… oder der Quote geopfert. Ein bisschen komisch finde ich es zwar schon, aber naja, so rufen wenigstens auch andere Länder an. Bestenfalls.
Wegen der Artikel… naja, welches Wochenmagazin (nicht Schund wie die Bild) verreißt Künstler mal nicht? Hmm… ich war die Tage sehr über einen Bericht über Stefan Raab im Stern verwundert. Zumindest das für mich kein komischer Unterton drin war. Musst mal nach gucken.
Viele Grüße,
Andi
Ich fand ‘Love Me’ auch am erfrischensten. Der Song hat zu ihr gepasst. Aber immer noch besser als dieses 1000x gehört, 1000x ist nichts passiert-Lied ‘I Care For You’. Und Bee und Satellite find ich auch eher sehr unaufregend. Da hätte ich mehr erwartet.
Zitat: “in Wörter verpacktes Gruppenwichsen”
Großartig!
Ich finde auch, dass alle 3 Songs nicht das Potential haben, in Oslo zu gewinnen. Bei Bee war ich maßlos enttäuscht, dann kam tatsächlich noch so ein komisches Lied, dass dann auch tatsächlich von den Zuschauern gewählt wurde und die Lieder für die Kandidaten an sich…naja!
Mir hat der Kracher gefehlt, der Ohrwurm, der Tanzwut auslöst…das wird wieder ein Platz unter die Top20! Super!
Und zwar Platz 19!
Hm, ich weiß nicht. Ich bin insgesamt nicht glücklich mit dem Ergebnis (wobei ich davon gewiss nicht meine Stimmung abhängig mache
). Ich finde sie kann nicht singen, und dieses drumrum ist mir viel zu – wie du schon ganz richtig erwähnt hast – unecht, aufgesetzt, und wischt einem das Lächeln aus dem Gesicht.
Hach ja, unsere Lieblings-BamS, hält sich natürlich für besonders kritisch, weil es in der Frankfurter Allgemeine die Wörter “Entwicklungshilfeminister” und “Ellenbogengesellschaft” gelesen hat.
Egal, Lena ist toll, dass »Love Me« von Raab und ihr gemeinsam geschrieben wurde, wusste ich nicht – lässt den Song irgendwie besser dastehen. Hätte man vielleicht mal erwähnen können! Na ja .. alles besser als »Miss Kiss Kiss Bang«, ne?
Schöner Post!
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