Stolz wie Oscar
Federn vs. Flimmerkiste: Stolz wie Oscar sind mannfRed und ich im Moment auf jeden Fall. Schließlich haben wir bis gerade heldenhaft jeden Anflug von Müdigkeit bezwungen, um euch unsere ofenfrische Analyse der wahnsinnig langatmigen 82. Academy Awards reinzudrücken. Here we go …
Unnützes Wissen, um nicht schon vor der Show wegzupennen:
00:03 Uhr: Wir freuen uns über Klöten, die bald zum Greifen nah sein werden. Tinto Brass, seines Zeichens italienischer Regisseur für Bumsfilmchen wie beispielweise “Frivole Lola”, fühlt sich von “Avatar” und “Alice” so inspiriert, dass er einen 3D-Porno drehen will. Und weil Wikipedia sagt, dass die Hauptmerkmale seiner Werke “Darstellerinnen mit großen Oberweiten, ausladenden Gesäßen und üppiger Achsel- und Schambehaarung” sind, wird das bestimmt erotischer Greifspeckspaß deluxe.
Was bisher geschah …
Red Carpet: Die Macker
01:28 Uhr: Gähn, liebe Herrschaften Hollywood! Warum denn nur immer so schwarz und brav? Da klingt das “Ich trage 20 Dollar-Schuhe zum Designer-Anzug”-Geständnis von “Avatar”-Star Sam Worthington ja fast schon anarchistisch. Und auch Maggie Gyllenhaals Macker Peter Saarsgaard macht auf sparsam: Er hat sich für seinen Auftritt auf dem Roten Teppich einfach nochmal in seinen alten Hochzeitsanzug von Tom Ford geworfen. Fashion-Recycling ftw!
Red Carpet: Die Ladies
01:51 Uhr: Hat der gute alte James den Mädels ‘nen Drink spendiert oder warum spazierte die Hälfte von ihnen in Na’vi Blue über den Roten Teppich? Aber beginnen wir doch mal mit ein bisschen Balsam für unsere ermüdeten Äuglein: Maggie Gyllenhaal hat mit ihrem Kleid von Dries Van Noten, das gerade erst auf der Paris Fashion Week präsentiert worden ist, schon ziemlich viel richtig gemacht. Zu Gabourey Sidibes dezent mit BlingBling verziertem blauen Zelt würde ich ja gerne was sagen, aber wie zur Hölle kommentiert man eine übergeworfene Riesendecke?
Mo’Nique, die neben ihr in “Precious” zu sehen ist und normalerweise jeden, der es nicht sehen wollte, mit ihren Stoppel-Schenkeln beglückt, hat uns dank der bodenlangen Tadashi Shoji-Robe dieses Mal verschont. Ach ja, und Nicole Richie hat sich eine dekadent glitzernder Schweinehälfte übergezogen. Was die Leute von PETA wohl dazu sagen?
Und die Nicht-Na’vis? Diane Kruger versteckt ihre unstylishen deutschen Wurzeln unter einem ganz ansehnlichen Chanel-Dress, “weil’s halt Chanel ist”, und offensichtlich hätte “Avatar”-Lady Zoe Saldana am liebsten genau dasselbe Teil getragen. Verdammt! Doch die Rettung nahte aus dem Hause Givenchy: Um die altbekannte Same-Dress-Crazyness zu vermeiden, wurde das Teil einfach noch mit ein paar freilaufenden lila Bommeln gepimpt. Dass Glitzer auch ganz gut geht, zeigt uns Sandra Bullock, die sich aber leider im Make up-Koffer geirrt und versehentlich den 80ies-Lippenstift großzügig angespachtelt hat.
Und sonst? Ja. Helen Mirren wollte mit ihren faltigen Tüll-Kraken über die fehlende Botox-Investition in die “Ab den Schultern abwärts”-Bereiche hinwegtäuschen und was Meryl Streep in ihrem weiterentwickelten Bademantel an Stoff fehlte, trug J.Lo knapp neben ihrem monströsen Arsch über den Red Carpet spazieren.
Beste Hauptdarstellerin: Walzt Big Mama die Konkurrenz platt?
05:45 Uhr: Lee Daniels, der schon bei “Monster’s Ball” Regie geführt (und so Halle Berry 2002 als erster Afroamerikanerin zu einem Oscar in der Kategorie “Beste Hauptdarstellerin” verholfen) hat, scheint eine ziemlich coole Sau zu sein. Mit seinem gerade mal zweiten Film “Precious” kämpft er bei der diesjährigen Verleihung ganz vorne mit - und allein schon die Tatsache, dass Lenny Kravitz, Mo’Nique und Mariah Carey darin ein paar tragende Nebenrollen spielen, klingt ja schon mal echt heiß.
Die eigentliche Bombe des Film ist aber Gabby Sidibe, die als wohl erste Hollywood-Newcomerin überhaupt trotz stolzer 168 Kilogramm für ihre Leinwand-Performance einen Fatsuit übergezogen bekommen hat. What the fuck? Sie spielt in Daniels Produktion die Protagonistin namens Claireece “Precious” Jones, eine sechzehnjährige unglaublich fette Fast-Analphabetin, die HIV-positiv und bereits zum zweiten Mal von ihrem eigenen Vater schwanger ist.
Ihre Mutter verprügelt sie und Harlem, das Viertel, in dem sie lebt, ist Ende der 80er Jahre ‘ne richtig üble Gegend. Grund genug, sich sofort von der nächsten Brücke zu stürzen. Könnte man meinen. “Precious” schleppt ihren Arsch dagegen lieber in Richtung Lernprojekt und Sozialarbeiter und schafft es trotz allem, sich selbst aus dem scheinbar viel zu tiefen Sumpf aus Scheiße zu ziehen.
Gabby Sidibe, die vor dem Film für ihren Psychologie-Studienplatz in einem Callcenter gejobbt hat, scheint diesen Charakter trotz null Schauspiel-Erfahrung hammermäßig zu verkörpern. Und oscarreif. Und überhaupt. Ob’s reicht, um Meryl Streep, Sandra Bullock & Co. auszustechen?
Das ging wirklich: Pah. Natürlich nicht. Die doofe Sandra hat das Rennen gemacht. Blah Blah Blah. Würde am liebsten demonstrativ genau in diesem Moment ins Bett gehen. Hat eigentlich jemand schon mal im selben Jahr die goldenen Himbeere und den Oscar gewonnen?
Das Ex-Battle: Cameron vs. Bigelow
05:53 Uhr: 9% aller Hollywood-Regiemenschen sind weiblich, sagt eine Studie der San Diego State University von 2009 und vielleicht schafft es genau die 82. Oscar-Verleihung, diese ernüchternde Bilanz zu verbessern: Kathryn Bigelow, ihres Zeichens Regisseurin und Ex-Frau von James Cameron, hat die besten Chancen, das neue Role Model der Regie-Mädels von Hollywood zu werden.
Denn wenn das mal nicht Zucker für alle Gossipliebhaber ist: Kathryns Film “The Hurt Locker” ist - ebenso wie James Camerons “Avatar” - insgesamt neunmal nominiert worden - und trotz berechtigter Konkurrenz (”Up In The Air”, “Precious”, “Inglourious Basterds”, etc.) scheint irgendwie klar zu sein, dass wir einen Showdown zwischen den beiden Ex-Partnern erleben werden.
Wenn man mal bedenkt, dass in der 82-jährigen Geschichte der Academy Awards erst drei Ladies - Sophia Coppola, Lina Wertmüller und Jane Campion - in der Kategorie “Beste Regie” nominiert waren (und bisher immer leer ausgegangen sind!), sind wir mal klar im Team Kathryn. James und die Blaugesichter können nach Hause gehen.
Das ging wirklich: Ha! Wenigstens hatten wir einmal recht! Pünktlich zum Weltischentag wird also Pussy-Geschichte in der Regiewelt geschrieben. Zudem denkt die Academy bereits darüber nach, den heutigen Tag als Trost für James Cameron ebenfalls zum Welt-Blow-Job-für-Filmemacher-ab-40-Day zu ernennen.
Kleingedrucktes
Jaha. Und jetzt alle im Chor: Sandra Bullock hat Verwandschaft in Nürnberg und mag Gummis. Auf Steven Gätjens Red Carpet-Berichterstattung war outfit- und teilweise auch tontechnisch kein Verlass (was besonders gut kommt, wenn gerade Kate Winslet neben ihm steht). Hätte sich Quentin Tarantino nicht mal die Haare kämmen können? Ohne das überragende Twitter-Team wäre Wachbleiben nur halb so schön.
Merke: Sich als Na’vi zu verkleiden, ist nicht lustig, lieber Mister Stiller. Wenn ich mal aussehe wie die Aktuelle von James Cameron, dann erschießt mich bitte. Zac Efron ist doch ein Kobold. Es dauert alles so unglaublich laaaaange.
Natürlich wollen wir auch die Leser, die an seriösen Infos interessiert sind, am frühen Morgen nicht im Stich lassen und servicemäßig weiterleiten: Alle Outfits gibt’s an dieser Stelle, die Gewinner findet ihr hier.
Und, bevor ich’s vergesse, was hat Charlize Theron da eigentlich an (der Brust)?
Von Lia R / 8. Mär. 2010 / 7:03 Uhr






















→ am 8. Mär 2010 um 07:13 Uhr (#)
[...] Ein paar schöne Bilder, zb was die SchauspielerInnen so trugen, zu dieser Oscar Verleihung 2010 fin… var addthis_language = ‘de’;var addthis_options = ‘email, favorites, digg, delicious, myspace, google, facebook, reddit, live, more’; Comments (0) Ähnliche Beiträge:67. Golden Globes [...]
→ am 8. Mär 2010 um 16:40 Uhr (#)
[...] wohl beste “Nachlese” konnte ich bei Lia und MANNFRED finden und [...]
→ am 8. Mär 2010 um 16:42 Uhr (#)
Also für mich ist Mrs Theron der Fail. Also der. Überhaupt. Aber irgendwie war sie das schon immer. Zumindest für mich.
→ am 9. Mär 2010 um 17:04 Uhr (#)
Außer Beleidigungen gibt’s hier recht wenig… Enttäuschend.