Fucked by Vancouver
Seit zwei Wochen sprechen mannfRed und ich nicht mehr miteinander. Zumindest nicht vor der Arbeit. Wenn sich unsere Wege morgens auf dem Flur kurz kreuzen sollten, würdigen wir uns keines Blickes - weil wir die Augenlider nur mit brachialer Gewalt noch ein weiteres Stückchen anheben könnten. Der Badezimmerspiegel, vor dem ich anschließend stehe, würde sich am liebsten selbst abhängen und auf dem Boden zertrümmern. Leider kann er das nicht und muss mir stattdessen demonstrieren, dass ich genauso scheiße und müde aussehe, wie ich mich fühle. Bei Aldi musste bereits Karlskrone Gold nachgeordert werden. Der Wohnzimmertisch ist stiller Zeuge unseres Exzesses. Denn es ist Olympia.
In den magischen vier Wochen ist Zappen ab 19 Uhr verboten. Wir bewerfen den Bildschirm stellvertretend für den ZDF-Rodel-Kommentatoren mit Plastikflaschen, weil er die Startzeiten einfach nicht vergleichen will. Wir hätten beide gerne Sex mit Shaun White (er dürfte das Brett im Bett auch anlassen). Wir streiten seit Wochen über den perfekten Namen für den ZDF-Biber. Wir schlafen sabbernd zu Eishockey ein. Man darf also mit Recht behaupten, dass wir die einzig wahren Experten sind. Und deshalb werden wir heute mal eine Reihe längst überfälliger Fragen klären:
Was? Die verkaufen da Gummistiefel?
Die Abende beginnen schleichend und in der ersten Woche mit der quälenden Frage, wer denn jetzt eigentlich Katarina Witt als Expertin (und vor allem: Wofür?!) eingeladen hat. Wir lernten vor allem, dass die Eiskunstläuferinnen in den 80ies aussahen, als hätte Homer Simpson sie mit der Schminkpistole erwischt, dass es in der Olympiastadt immer regnet, außer beim Dreh, dass man in Vancouver knallbunte Gummistiefel kaufen kann und das ist vermutlich eine Weltsensation (und dass Leute, die keine Sprecherausbildung haben, bitte niemals auf die Idee kommen sollten, sich selbst in einem Beitrag zu synchronisieren!).
“Ein Wahnsinn, aber es sind Olympische Winterspiele und die gibt’s bekanntlich nur alle 4 Jahre.”, fasst Frau Witt in ihrem Olympia-Tagebuch die Geschehnisse wie keine Zweite zusammen. Aber halt - bei uns geht’s ja erst los …
Warum die deutschen Curling-Bräute in jeder Hinsicht unterlegen sind …
Hätte mein 14-jähriges Ich gewusst, dass sich mein 21-jähriges Ich mal Curling reinzieht, wäre es not amused gewesen. Überhaupt ist Curling eine Sportart, die mich ungefähr so flasht wie der Schimmelprozess einer alten Milchpackung. Dass das Ganze trotzdem geguckt wird, steht außer Frage.
Schon allein, weil nicht nur Herr M, sondern auch Herr Ms Best Buddy und dazu noch Frau Uni-Lieblingsleidensgenossin wahnsinnig darauf abfahren zu scheinen und sich sogar im Club danach sehen, mit einer Flasche Rotwein im Bett die aktuellen Ereignisse auf der geschrubbten Eisbahn live zu verfolgen. Herr M, Herr Best Buddy, Frau Uni-Lieblingsleidensgenossin, ich gebe es euch hiermit schriftlich: Ich verstehe es zwar nicht, finde euer Verhalten aber dennoch faszinierend.
Warum Leni Neuner und Leni Hegemann gar nicht so verschieden sind …
Magdalena Neuner ist sozusagen die Helene Hegemann der Biathlon-Szene: Alle alten Experten-Säcke sind wahnsinnig scharf auf sie und würden sich am liebsten in der Kommentatoren-Kabine einen schrubben, wenn sie ins Bild schlittert. Nach dem Offenbarungs-Erlebnis des ZDF-Typen bei der Siegerehrung, der fand, dass die Sonne genau in dem Moment den Himmel erhellte, als Miss Neuner auf’s Podest sprang (ähem), freuen wir uns schon auf die Ereignisse der nächsten Gold-Zeremonie. Ein Live-Orgasmus aus der Kabine bleibt allerdings nach wie vor Wunschdenken.
Warum der Westerwave gerade wirklich so rumpisst …
Während Gutti gewohnt weltmännisch in Vancouver chillt, muss der eigentliche Outminister of Schörmänie zu Hause malochen und sich mit den Hartzies abstreiten. Klar, dass der Frust den lieben Mister Westerwave da zu der ein oder anderen unbedachten Äußerung hinreißt. Und weil sich deshalb gerade sogar schon die “Gays against Guido” formieren, grinst zu Guttenberg noch kerzengerader als sonst in die Kameras und freut sich schon auf seinen neuen Superminister-Posten.
Warum ein Weißbier manchmal mehr als tausend Worte sagt …
Wann sieht man schon mal so viel sexuelle Landsleute im Fernsehen? Das bayerisch eingeborene Herz hüpft beim Anblick eines echten Erdingers, der Weißbier-Waldi is’ auch am Start, es wird nahezu heimelig bei dreckig in die Kamera gerotztem Heimat-Slang, wenn mal was nicht so lief, wie es laufen sollte, kreitzbirnbam hullerstauern - und ob den Langlauf-Experten Peter Schlickenrieder, der die Strecken erklärt, außer uns Bushland-Eingeborenen noch jemand verstanden hat, bleibt bis heute fraglich.
Warum die Dinger vom Bogner hässlich sind, aber ihren Zweck erfüllen …
Was war denn da los? Sehe ich da etwa Federn als stylishes Accessoire der deutschen Olympioniken beim feierlichen Einzug in Vancouver? Ach nee, sorry, das waren ja die First Nations. Die Message der Teile aus dem Hause Bogner, mit denen sich good old Germany der Welt präsentiert, ist eher … deutlich: Hier herrscht noch Ordnung, Sauberkeit und Disziplin, die Mädels tragen babyrosa, die Männer twitterblau und in der Eisbahn läuft’s wie beim Fußball: Am Ende gewinnen immer die Deutschen.
Dass die farblich knapp an der Kotzgrenze vorbei kombinierten Anzüge doch noch mehr draufhaben, bewies sich allerdings beim Medallien-Doppel der deutschen Skeleton-Ischen: Wer hätte gedacht, dass eine einfache Strickmütze das vorteilhafteste Kleidungsstück sein wird, dass die rechte Frau Schlitten je besessen haben wird …
Warum Titten und Tiefs sich auf Friesinger reimen …
Der einzige Sport, bei dem der Oberschenkelumfang der Ladies die Breite unseres Karlskrone Gold-Sixpacks bei weitem übertrifft: Herzlich Willkommen beim Eisschnellaufen. Anni Friesinger, die jetzt -Postma heißt (und damit das Doppelnamentum der Niemann-Stirnemann-Expertin trotzdem nicht übertreffen kann), verkackte ihren Einsatz und musste deshalb von der ARD aus Mangel im DSDS-Mitleids-Style (”Sie hatte es schon immer schwer, weil ihr Vater gestorben ist …”) angepriesen werden. Und da Eisschnellläuferin = Hot eine Gleichung ist, die irgendwie nicht stimmen kann, können wir an dieser Stelle leider auch nicht mit einer “Kurven statt Kufen”-Überleitung auf ihren Auftritt in der aktuellen Playboy-Ausgabe hinweisen. Zum Shooting unter dem Arbeitstitel “Schenkel auf Hochglanz” bitte hier entlang.
Und eigentlich …
… sollte Carsten Sostmeier sowieso sämtliche Sportarten kommentieren.
Von Lia R / 22. Feb. 2010 / 14:31 Uhr















→ am 22. Feb 2010 um 15:00 Uhr (#)
Ahoi!
Also die Anni ist ja nun wahrlich schick und auch wenn ich normal eher auf schlanke Beine stehe - aber ihre sind ja nun wohl mal echt heiß.
Und zum Thema Live-Orgasmus? YouTube hilft (wie immer) –> http://www.youtube.com/watch?v=EZ65e8Apaww
Cheers, Andi
→ am 22. Feb 2010 um 15:00 Uhr (#)
also für euer durchhaltevermögen, verdient ihr bereits jetzt mindestens eine goldmedaille. gott sei dank, dass ihr euch dieses olympia antut, dann brauchen wir es nicht mehr machen ^^ danke dafür und jetzt weiter machen!
→ am 22. Feb 2010 um 15:05 Uhr (#)
Genialer Text!
Das Erscheinungsbild der Curling-Damen ist echt sehr unterschiedlich. Wieso sieht eine 40 jährige Ami-Mutter gefühlte 300x besser aus als eine Deutsche? Gibts ja net…
→ am 22. Feb 2010 um 20:01 Uhr (#)
Andi, das Video ist einfach nur Hammer
Dennis - klar, same procedure as every night, wir sind schon wieder fuckin’ heiß, besonders auf’s Gecurle …
Danke, lieber Tirolblogger - das fragen wir uns auch immer wieder, absolut gruselig …
→ am 24. Feb 2010 um 20:56 Uhr (#)
Ich weiß nicht was mich gestern im Bett gebissen hatte, doch ich sah mir gefühlte 5 Stunden lang Curling der Damen an… irgendwie war das tatsächlich weder spannend, noch interessant noch irgendwie sexy. Verdammt, ich habe 10 Minuten meines Lebenszeit für Curling verschwendet.
Wird Zeit dass die Volleyball- und Leichtathletik-Saison auf Eurosport wieder anfängt. Damentennis ist ja inzwischen langweilig… wer will denn schon nur noch Close-Ups von russischen Damengesichtern oder das Gestöhne ähm Geschrei von den Williams-Schwestern hören.
Cheers, Andi