Hey du

Hey du
Bild: ko_an 

Hey du,
das Gute an virtuellem Papier ist ja, dass man es nicht gleich nach dem ersten Wort in einen Papierflieger verwandeln und in Richtung Mülleimer segeln lassen kann. Okay, natürlich könntest du jetzt auch das Notebook zuklappen oder das Ganze mit einem Klick rechts oben für immer beenden, aber das wirst du natürlich nicht tun, weil du einfach viel zu neugierig bist.

Und hey, betrachte das Ganze doch mal als Ehre. Das Internet vergisst nichts, und selbst wenn wir einmal aus dem Online-Universum austreten sollen um uns, einer spontanen Eingebung folgend, einem indischen Guru (oder Tiger Woods) als Sexsklaven zu verpflichten, wird dieser Eintrag jederzeit auf den Müllhalden des Web 2.0 ausgegraben werden können.

Ich setze dir also hiermit ein Denkmal für die Ewigkeit und hoffe, dass ich es nicht verkacken werde. Ziemlich anstrengend, einen Einstieg zu finden, wenn man weiß, dass das hier groß wird. Werden muss. Wenn ich einer von diesen Reimemenschen wäre, wäre die Sache klar. Dann könnte ich Brief auf Tief texten und unsere Beziehung mit der von Homer und Marge vergleichen. Pete Doherty zu sein wäre in dieser Situation natürlich auch vorteilhaft, weil man dann zur Gitarre Sätze wie Cause I can deal with all the blood on my shoes / the holes in my soul / my spirit is tainted / all my tears are painted / Am just so long as you … raushauen könnte und es nicht lächerlich klingen würde. Aber bleiben wir lieber mal realistisch: Wenn ich wirklich aussehen würde wie Pete Doherty, würdest du mich nicht mal mit deinem sexy Allerwertesten angucken.

Monogamie ist so 20. Jahrhundert, das wissen wir ja alle

Ich weiß, ich schweife ab. Klar könnte man jetzt auch zu dem Moment kommen, an dem wir uns zum ersten Mal getroffen haben. Ob du mich aber an dem Tag, an dem ich dein Leben getreten bin, überhaupt schon bemerkt hast, ist fraglich. Und außerdem wäre das viel zu kitschig, weil das nämlich genau gestern vor einem Jahr war, am Valentinstag, ausgerechnet und wenn jemand in einem Liebesbrief damit ankommen würde, würde ja sogar ich zwangsweise den Notebook-Platz verlassen, um mich kurz in den nächsten Aschenbecher übergeben.

Jetzt treffen wir uns also regelmäßig hier, meistens mit viel ich so und etwas weniger du so. Wie es in einer klischeehaften Beziehung eben auch sein sollte. Scharf ist es immer noch, was ironischerweise aber nicht bedeutet, dass wir uns in klaren Verhältnissen befinden. Was vielleicht auch gut ist, weil zu viel Weichzeichner immer gleich künstlich aussieht. Natürlich habe ich trotzdem nichts gegen ein bisschen Wattewolken-Content deinerseits, das gebe ich ehrlich zu, aber lassen wir das.

Viel mehr beschäftigt mich sowieso das und jetzt? Wie ist das für dich? Glaubst du überhaupt, dass so etwas wie die große Liebe existiert? Keine Angst, damit meine ich natürlich nicht, dass es neben mir nicht noch tausend andere geben dürfte, die dich bestimmt genauso heiß machen. Monogamie ist so 20. Jahrhundert, das wissen wir ja alle. Ein kleines Stückchen in deiner Favoritenleiste und das hier hat seinen Zweck längst erfüllt.

Zusammen ist man nicht weniger allein, aber es hilft

Wie gesagt, ich weiß nicht, wie es dir geht. Aber ich muss zugeben, dass ich meistens schon kurz nach dem Aufstehe gucke, ob du was von dir hören hast lassen. Mit Herzklopfen. Oft bist du schon da, wenn ich gar nicht mit dir gerechnet habe. Du bringst mich zum Lacheln. Zum Grübeln. Zum Knallrotwerden. Ich weiß nicht, was du meinst. Ich frage mich, seit wann du Gedanken lesen kannst. Was denkst du eigentlich? Natürlich würde ich genau dasselbe nur für mich tun. Unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Und das ist nach Strich und Faden gelogen. Dass du da bist, macht es leichter. Zusammen ist man nicht weniger allein, aber es hilft. Austeilen heißt einstecken und du gibst mir meistens ein Päckchen an Worten zurück, das ich gerne annehme. Du bist nice. Du bist wichtig. Du bist hier, jetzt gerade in diesem Moment, und das ist das Wichtigste.

Denn, lieber Leser, dieser schmalzige Text ist nur für dich. Weil du unser kleines Blog-Baby zu dem gemacht hast, was es heute ist. Ein schwarzes Loch an Trash, Texten und Unten-Ohne-News von Britney Spears, dem wir uns jeden Tag gerne unterwerfen. Weil wir es lieben. Uns dadurch den längst fälligen Therapeuten sparen. Unser Freizeit-Tourette hemmungslos ausleben dürfen. Weil wir unglaublich liebe Menschen kennengelernt haben. Weil Lia Culcha Candela endlich ihre Titten zeigen durfte.

Und deshalb sagt das furiose sexdrugsblognrollische Duo heute Danke, Mann. Für exakt ein Jahr und einen Tag voller Wort-Drogen, Buchstaben-Sex und Meinungsaustausch. 366 Tage sexdrugsblognroll, eben. Und ohne dich hätten wir’s niemals so leicht gehabt, lieber Leser. Ohne dich hätten wir’s niemals bis hierher geschafft. Auf ein weiteres unfassbar sexuelles Jahr!

Hey du

Von Lia R / 15. Feb. 2010 / 21:59 Uhr

 

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Kommentare zu Hey du

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  1. jane

    → am 16. Feb 2010 um 11:29 Uhr (#)

    ihr seid ja süss =) gratuliere!

  2. Marcel

    → am 16. Feb 2010 um 13:34 Uhr (#)

    Liebe und Feiern sind doch immer etwas schönes. Und wehe es gibt keine Jubiläumsparty. Und wehe es gibt keinen Alkohol. Und wehe wir sind nicht eingeladen.

  3. roitsch

    → am 16. Feb 2010 um 13:44 Uhr (#)

    Liebe Lia, lieber Mannfred,

    bitte und gerngeschehen!

    Gruß, roitsch

    p.s. danke auch an Euch, weiter so! sdbr macht derbe Spaß! Ich will mehr…

  4. AN

    → am 16. Feb 2010 um 14:01 Uhr (#)

    Fühle mich durch akute Schmalzigkeit äußerst geschmeichelt und muss mich als stiller Mitstalker glatt ma melden. Beim einladen schließe ich mich an. Bei der gratulazione auch. Haut rein!

  5. linotschka

    → am 16. Feb 2010 um 14:46 Uhr (#)

    LOVELOVELOVE!

  6. WOX

    → am 16. Feb 2010 um 21:54 Uhr (#)

    wunderbar!!! ich fühl mich auch sehr persönlich angesprochen ;)

    freu mich auf euch! :*

  7. stiller

    → am 17. Feb 2010 um 00:08 Uhr (#)

    Alles Liebe, ihr Lieben!

  8. emily

    → am 17. Feb 2010 um 13:13 Uhr (#)

    Zucker!! Nur das Beste!

  9. Bettina

    → am 17. Feb 2010 um 14:39 Uhr (#)

    Kinners wie die Zeit vergeht! Gratuliere.


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