Speisekarte

 

Höher, schneller, besser, weiter. Wir liegen neben der Spur, unter der Gürtellinie und schaffen es meistens trotzdem irgendwie, die Kurve zu kriegen. “Ist das alles?” ist unsere Lieblingsfrage, weil Rien ne va plus sowas von Spielplatz ist und das hier übrigens kein Spiel, sondern bitterer Ernst. MACHEN ist das Stichwort der dritten Staffel unserer sexuellen sdbr-Gastautorenrunde “Ausgesprochen” – und wieder haben zauberhafte Kollegen aus der Blogosphäre für uns die richtigen Worte gefunden.

Alle Artikel gibt es in dieser Woche zu lesen und am Ende als Podcast zum Nachhören.


mannfRed von sdbr
Speisekarte

In einem ganzen Leben soll so Einiges gemacht werden, was eigentlich gar nicht schmeckt. Man(n) muss sich durch ein Menü aus Scheiße quälen, bei dem man normalerweise kotzen würde. Aber was ist schon normal? Denn wenn es danach geht, wäre meine Zeit hier bis jetzt oft genug eine Schnellimbiss-Bulimie-Party gewesen.

Deshalb ist es wichtig, ein genauen Blick auf die Speisekarte zu werfen. Sind die vielen Dinge, die mir im Moment den Magen umdrehen, weil sie nun mal gemacht werden müssen, vielleicht nur die Vorspeise? Ein Häppchen, das ich verdauen muss, um endlich mal zur Hauptspeise zu kommen? Oder ist mir nach dem Brocken sowieso so schlecht, dass ich das eigentliche Highlight gar nicht mehr runterkriege?

Und – vorrausgesetzt, ich habe die Antipasti tatsächlich runtergewürgt und schaffe es wider Erwarten danach auch noch, zu atmen – wer von euch Spinnern kann mir garantieren, dass mir das Hauptgericht dann auch schmeckt? Hätte ich vielleicht gleich ein anderes Menü wählen sollen? Ist es purer Luxus, sich überhaupt eins aussuchen zu dürfen? Oder läuft das am Ende noch so wie bei Muddi? Was auf den Tisch kommt wird gegessen?

Als ich klein war, gab es für mich beim Thema Teller eigentlich nur zwei Horrorszenarien: Entweder leer – oder voll mit Rosenkohl. Ich hätte lieber freiwillig drei Stunden lang mit meiner Schwester Barbies frisiert (okay, erwischt, sie stand gar nicht auf Barbies, aber was tut man nicht alles für ein bisschen Dramaturgie), als mir die kotzgrünen Bällchen freiwillig reingeschoben. Und dass, obwohl mir Mama immer erzählt hat, dass die Teile doch echt pornös schmecken sollen. Tja. Heute stehe ich tatsächlich total auf das Zeug und das macht die Sache nicht besser. Denn was sagt dass denn bitte jetzt wieder über mich aus? Millionen Fliegen fressen Scheiße – Millionen Fliegen können nicht irren: Fresst Scheiße?!

Whatever. Ich für meinen Teil kann nur sagen, dass ich trotz aller wirren Worte immer noch schrecklichen Hunger habe – und “Jetzt ist es egal – ich hab’s ja schon verdaut” zu denken, ist ja auch nicht gerade das Gelbe vom Ei. Oder?

mannfRed von sexdrugsblognroll.com mannfRed von sdbr
“Speisekarte”
 

Hier schuftet der Chef noch selbst. Auch der männlichen Part des sexuellen sexdrugsblognroll-Teams wurde zum Schichtdienst an der Tastatur verdonnert, um seinen dritten bisher wohl längsten Text ever zu vollenden.

Von Lia R / 4. Feb. 2010 / 23:20 Uhr

 

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Kommentare zu Speisekarte

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  1. quija

    → am 5. Feb 2010 um 17:28 Uhr (#)

    Bäääh, also bei aller Liebe, aber wie kannst du rosenkohl mögen?
    sonst aber: toll mal was von dir zu lesen..sollte öfter passiern!

  2. L.

    → am 7. Feb 2010 um 17:09 Uhr (#)

    “Jetzt ist es egal – ich hab’s ja schon verdaut”
    Niemals! Ab zur nächsten Fressattacke =)


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