Plastic Beach

26. Jan 2010  |  in sounds  |  1 Kommentar

 

Wenn ich mir in den letzten Jahren, die ganz klar von unzusammenhängenden mp3-Tonfetzen auf meinem Notebook dominiert waren, gleich das ganze Album einer Band besorgt habe, musste die schon eine Extraportion Zuckerwatte für die Ohren bieten (oder Libertines heißen). Und eigentlich hatten sich die Gorillaz spätestens mit “Demon Days” ganz klar einen Platz in der “Ich hab wirklich eine ganze Ansammlung von Songs in einem Ordner mit Cover”-Liste verdient. Ich meine: Fünfzehn sexuelle Tonstückchen mit leicht düsterem Einschlag, die auf Genre-Regeln scheißen, von Comicfiguren präsentiert werden und dazu noch in einem Rutsch anhörbar sind - was will man mehr?

Von den pimpigen Mackern, die hinter den Zeichentrick-Mukkemachern stecken, mal ganz zu schweigen. Wir erinnern uns an dieser Stelle nochmal kurz an den Gründungsmythos der chartigen Superhelden: Damon Albarn, seines Zeichens Blur-Frontmann und The Good, the Bad & the Queen-Ins-Leben-Rufer und Zeichner beschließt mit seinem damaligen comiczeichnenden Mitbewohner Jamie Hewlett Ende der 90ies, dass die Musikindustrie doof ist und deswegen eine Cartoon-Combo erfunden werden muss, die es richten soll.

Seitdem geben sich Musiker und Produzenten aller Genre-Schichten bei den Gorillaz die Klinke in die Hand, es gab einen Grammy, diverse MTV-Awards und noch mehr Chartplatzierungen - und der Rest ist Geschichte, bei der alles darauf hindeutet, dass sie soundtechnisch auf jeden Fall mit einem Happy End abschließt.

“You can’t even trust the air you breathe”

Denkste. Erst habe mich doch tatsächlich noch auf “Plastic Beach”, seines Zeichens das viel im Vofeld gefeierte dritte Studioalbum, das uns am 5. März die akustische Ehre geben wird, gefreut. Nachdem man die ersten Klänge gehört hat, soll man ja quasi sogar durchdrehen, weil einem schlagartig auffallen wird, dass man eigentlich seit Jahren keine richtige Musik mehr gehört hat - so tönten die Gorillaz vor kurzem zumindest noch groß im NME-Magazin. Und genau heute ist also der Tag X, an dem die Jungs mit der Auskopplung “Stylo”, zu der Bobby Womack und Mos Def Einiges beigetragen haben, die erste Prise Vorgeschmack über unsere Gehörgänge schleudern. Ja - was soll ich sagen? Ich find’s beschissen.

Entweder bin ich langsam komplett in die “Früher war alles besser”-Sackgasse hineingeschlittert (und werde darin irgendwann doch noch Coldplay-gutfindend sterben) - oder die Gorillaz machen neuerdings grottenschlechten Sound. Ich für meinen Teil klicke auf den Play-Button, warte auf die Killer-Hook, der Song ist zu Ende und ich warte immer noch. Schade eigentlich. Mir bleibt also nicht viel mehr übrig, als weiter zu warten und zu hoffen, dass die bereits durchgesickerte Tracklist nicht auch noch mehr verspricht, als sie halten kann - oder?

[ Weil YouTubes Mum bekannterweise beim Kacken schwitzt und Nicht-Verfügbarkeit verfügt hat, befindet sich hier kein Video, das spätestens drei Stunden nach dem Upload sowieso wieder unbrauchbar ist. Dafür kann man "Stylo" aber hier komplett anhören. ]


 
Gorillaz
Plastic Beach | VÖ: 05.03.2010

“The band have taken up residence, recording on a secret floating island deep in the South Pacific, a Plastic Beach HQ, made up of the detritus, debris and washed up remnants of humanity. This Plastic Beach is the furthest point from any landmass on Earth; the most deserted spot on the planet.”

01. Orchestral Intro (ft. Sinfonia ViVA)
02. Welcome to the World of the Plastic Beach (ft. Snoop Dogg and Hypnotic Brass Ensemble)
03. White Flag (ft. Kano, Bashy, and the National Orchestra for Arabic Music)
04. Rhinestone Eyes
05. Stylo (ft. Bobby Womack and Mos Def)
06. Superfast Jellyfish (ft. Gruff Rhys and De La Soul)
07. Empire Ants (ft. Little Dragon)
08. Glitter Freeze (ft. Mark E Smith)
09. Some Kind Of Nature (ft. Lou Reed)
10. On Melancholy Hill
11. Broken
12. Sweepstakes (ft. Mos Def and Hypnotic Brass Ensemble)
13. Plastic Beach (ft. Mick Jones and Paul Simonon)
14. To Binge (ft. Little Dragon)
15. Cloud of Unknowing (ft. Bobby Womack and Sinfonia ViVA)
16. Pirate Jet


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Kommentare

  1. bubbleelephant

    am 26. Jan 2010 um 11:44 Uhr (#)

    sehr enttäuschend - der song schlägt so viele groovewellen in der bauchgegend wie ne fliege im badewasser

Und was sagst du?


LIEBLINGE

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