Adam ohne Eva

11. Jan 2010  |  in sounds  |  1 Kommentar

Adam Greens Mukke kannte ich in guten alten indiemusikalischen Radiozeiten eigentlich nur als Lückenfüller. Wenn der böse Rechner mal wieder dreist einen Song nach den ersten Sekunden übersprungen hatte (oder man mal wieder schlampig geplant hatte) und sich vor der vollen Stunde ein gähnendes schwarzes Sendeloch ankündigte, wurde bevorzugt ein Stück von Mister Green in die Playlist geworfen - und zwar nur, weil man bei seinen Songs auch ohne lange Rumsucherei wusste, dass die garantiert nur um die zwei Minuten lang vor sich hindudeln würden.
Adam Green

Zumindest in diesem Punkt hat sich Adam Green auf seinem ofenfrischen Album “Minor Love” nicht wirklich weiterentwickelt - gut für passionierte Indie-Hörer wie mich, die ungefähr die Aufmersamkeitsspanne eines - oh, war da nicht ein Eichhörnchen?! - und naja, ihr wisst schon, haben und deshalb gerne mal heimlich in sechsminütigen Liedern rumspulen.

Und weil Adams musikalischer Style (bis auf ein noch spärlicheres Song-Arrangement) auch nicht großartig anders klingt als sonst, sind es dieses Mal doch tatsächlich die Texte, die das Trommelfell kitzeln. Statt um schön in Wortspielchen verpackte Schwänze und Sex mit beinlosen Ladies geht es auf seinem sechsten Studioalbum überraschend traurig und ehrlich zur Sache. Aber ich meine, klar, schließlich hat der Junge sich ja auch die Matte abgesäbelt! Und was heißt das? Richtig - der Adam hat Liebeskummer. Seine Lady Loribeth Capella, mit der er insgesamt fünf Jahre zusammen war, hat sich von ihm getrennt, weil er einen an der Klatsche hat. Sie hielt ihn für schizo, er würde sich eher als besoffener Soziopath mit leichtem Hang zu Depression bezeichen.

Und weil das Alleinsein unter diesen Voraussetzungen logischerweise nicht so toll war, versucht Adam auf seinem neuen Album das Mysterium Muschi Frau zu ergründen. Bei den Leuten von jetzt.de sinniert zum Beispiel: “Ich frage mich, ob die Frau nicht in Wirklichkeit immer der Chef ist, selbst dann, wenn sie gar nicht der Chef sein möchte.” Und mal ehrlich: So unrecht hat der Junge damit doch gar nicht.

Das war übrigens “Buddy Bradley” und ich mag’s. Hat was von Jack Johnson-mäßiger Urlaubsmusik, nur in cool.

Bild: Myspace


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Kommentare

  1. jane

    am 12. Jan 2010 um 18:49 Uhr (#)

    ach er tanzt einfach am geilsten.. lovee him <3

Und was sagst du?


LIEBLINGE

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