Die No-Gos der Nullerjahre
Vergesst Pocher, Jauch und Kerner: Hier kommt die Mutter aller Jahresrückblicke! Wir haben all das gesammelt, worüber unsere Enkelkinder von ihren Mars-Shuttles aus fingerzeigend grinsen werden. Herzlich Willkommen zu den absoluten No-Gos der Nullerjahre …
3 Songs aus dieser Dekade, die höhö-lustig klingen, wenn man ein Leerzeichen weglässt oder mehrere Buchstaben ändert und deren Hooks man daraufhin leider nie wieder ernsthaft genießen kann
Schlager’s calling: Deutsche Popgrößen wie Silbermond oder Xavier Naidoo versuchten im letzten Jahrzehnt vor allem, unsere Ohren durch die Charts mit einer fetten Portion Fifties-Schmalz ölen, um irgendwann die heimliche Herrschaft über unsere Gehirne zu erlangen. Doch wir wären natürlich nicht das Dekaden-Durchblicker-Team überhaupt, wenn wir nicht auch in der billigsten deutschen Pussy-Wort-Ansammlung die eigentliche ironische Intention entdeckt hätten.
Deshalb starten wir unsere furiose No-Go-Liste mit einer sinnlosen Ansammlung von Song-Auszügen, die höhö-lustig klingen, wenn man ein Leerzeichen weglässt oder mehrere Buchstaben ändert.

3) Okay, am Titel von Julis “Dieses Leben” ist nichts zu rütteln - aber hört mal die Zeile ab 01:27, die doch zweifellos die Frage des Jahrzehnts verkündet: “Wo sind meine großen hellen Pillen?”
2) Xavier Naidoo: “Und wenn mein Glied (deine Lippen verlässt …)”
1) Silbermond: “Anale Krieger des Lichts”
Wirklich schlimme Studi-VZ-Gruppen, die leicht übergewichtige Mädels mit vorteilhaft von schräg oben aus fotografierten Profilbildern favorisieren
MySpace ist was für Anfänger. So richtig schön wird das Stalken erst in unserem heißgeliebten StasiVZ StudiVZ.
Und weil jeder weiß, dass sich alle sowieso nur sensationsgeil durch die Profile der Ex, der neuen Kommilitonin und des geilen Nachbarns von gegenüber klicken, versucht insbesondere die weibliche Bevölkerungsgruppe, die genauso viele Taschen wie “erotischen Greifspeck” zu bieten hat, ihr digitales Visitenkärtchen so ansprechend wie möglich zu gestalten. Ein kleiner Auszug aus den Profilen derer, die nachträglich bitte nicht als Durchschnittsfrau der Nullerjahre gelten sollten:

3) “Ich bin Luxus und Luxus kann nicht jeder haben.” (Zum besseren Verständnis: Damit soll der eben schon erwähnte “erotische Greifspeck” noch einmal angepriesen werden)
2) “Kalorien sind kleine Tiere, die nachts die Kleidung enger nähen.” (Zum besseren Verständnis: Damit soll kreativ ausgedrückt werden, dass die Röhrenjeans in Pseudo-XS wohl an der ein oder anderen Stelle doch ein bisschen kneift)
1) “Wenn’s mich dreimal geben würde, würd ich mir beim Sex mit mir selbst zugucken!” (Zum besseren Verständnis: Damit sollen virtuell potentielle Beischlaf-Partner angelockt werden, die bei Tageslicht in der Realfilmwelt gerne mal die Straßenseite wechseln)
Aggro-Raps, die Frau von der Leyen sofort heulend in den Beichstuhl treiben würden
Was würden die Handy-Speaker von Kevin, Schakkeline und Görkan nur Tag für Tag durch S-Bahn tröten, wenn im Jahr 2001 nicht ein das sexy migrantisch geprägtes Musikantenstadl seine Tore geöffnet hätte, das unter dem Namen Aggro Berlin mit Namen wie Sido, Bushido, Fler und B-Tight (und allen von ihnen inspirierten jungen Musikern) dafür gesorgt hat, dass kleinen Kindern vor Faszination und großen Kindern vor Entsetzen der Mund offen stehen blieb.
3) “Dein Weib hat Blasen auf den Knien vom Blasen auf den Knien”
2) “Mein Schwanz ist so lang, ich führ ‘ne Fernbeziehung / Scheiß auf Keuschheitsgürtel, du brauchst ‘ne Zentralverriegelung”
1) “Du hast nur ein Ei in deinem Hoden drin - Kollege, du bist eineiig wie die Olsen Twins”
Unangefochtener Shooting-Star der Nullerjahre - die unbedeckte Muschi von Britney Spears
Zugegeben, die Nuller waren nicht gerade das beste Jahrzehnt von Britney Spears - wohl aber von ihrer Muschi! Der wurde in den Absturzjahren unserer Lieblings-Skandalschleuder eine Art von Blitzlichtgewitter zu teil, von dem Daniel Schumacher höchstens pervers träumen kann.
Die Kollegen von egotastic haben die schönste Auftritte von BritBrits Rampensau-Vagina fein säuberlich aufgelistet - und an dieser Stelle gibt’s unsere ganz persönliche schaurig-schöne Top Drei:

3) Ein Little Miss Sunshine-Shirt sowie eine blaue Plastikbrille unterstreichen den glatten Look: Klick, wenn du dich traust!
2) Trotz halbwegs vorhandener pinker Spitze sowas wie die fleischgewordene Apokalypse: Gruselig wird’s nach dem Klick!
1) Schwarz plus Schrumpelalarm: Das hier ist ganz klar ein Fall für den Augenkrebs-Alarm!
mannfReds Top 3 der Spam-Mails, die niemand liest, außer er natürlich
96 Prozent der Strompost-Flut im Jahr 2008 waren Schrott und man kann es gerne auch noch drastischer formulieren: Der globale Spam-Verkehr macht laut dem Jetzikon pro Tag ungefähr eine Datenmenge von 288,9 Milliarden Kilobyte aus, die logischerweise fast alle ungelesen im virtuellen Papierkorb wandern. Fast.
Denn mannfRed macht sich doch tatsächlich die Mühe, neben dem Posteingang auch seine Spam-Sektion täglich akribisch zu durchforsten (und manchmal auch noch nach spaßigen Müll-Mails zu googeln). Man sollte dem armen Jungen mal einen Facebook-Account besorgen. Sonst wird er euch womöglich noch Jahr für Jahr seine Lieblings-Schundpostsätze präsentieren …

3) “Make love like a spartan!”
2) “Let your penis grow into a purple-headed monster!”
1) “Enlarges your stick to max length & grith!”
Drei Twitter-Todesfälle
Kommt a Vogerl geflogen … wenn die Nuller das Jahrzehnt waren, in dem das Web 2.0 erfunden wurde, dann ist Twitter sowas wie sein Nesthäckchen.
Unser allerliebstes Mikrobloggingdings erfreut den Planeten seit seiner Geburtsstunde im Jahr 2006 Tag für Tag mit der richtigen Untermalung zur Lieblingsfernsehsendung, Hassausbrüchen, Neuigkeiten, Intimitäten und Liebeserklärungen und das alles wunderschön kompakt in 140 Zeichen verpackt. Okay, manchmal wird dort auch jemand umgebracht. Aber nur aus Versehen.

3) Kanye West (wurde virtuell von einem Moderator, der nicht so wirklich auf Rap steht, gekillt)
2) Britney Spears (Hacker haben ihren Account direkt geknackt und die Todesbotschaft verkündet)
1) Miley Cyrus (ein gefälschtes Video zeigte, dass sie von einem Betrunken überfahren wurde - klar, dass da der Trendy-Topic-Thron nicht weit war)
Gehypte Shows, die zu Recht abgesetzt wurden und deshalb keinen Teaser benötigen
3) Anke Engelke und ihr Versuch einer Late Night Show - War ganz nett. Aber nett ist halt leider auch der kleine Bruder von Scheiße.
2) Schmidt & Pocher - Einzeln meistens gut verträglich, im Doppelpack aber ungefähr so lustig wie ein langsam vor sich hin schimmelndes Butterbrot.
1) (Die verfickte Show von) Sarah Kuttner: Jahrelang warte ich auf eine Gelegenheit, um meinen abgrundtiefen Hass gegen diese Frau auszudrücken. Hier ist sie also und endlich kann ich mal verkünden, dass Frollein Schiefzahn nichts drauf hat - außer Zahnbelag. Vielleicht. Aber wir wollen ja hier keine Gerüchte streuen.
Die Twothousändändsomething-Skandale der MTV-Awards, die sensationell inszeniert wurden und somit den Spezialpreis in Dramaturgie deluxe verdienen
Alle Jahre wieder überschüttet uns MTV, seines Zeichens Ex-Musiksender und heutige Heimat der Klingeltöne, mit einer schillernden Flut an Kategorien, Preisen und der dazugehörigen Show. Doch wenn tatsächlich alle ordentlich gekämmt und gewaschen über den Roten Teppich stöckeln würden, wäre es ja langweilig.
Deswegen stoßen wir hier schon mal auf die 10er an, in denen hoffentlich genauso viel öffentlich gepöbelt, gekotzt, gesoffen und geknutscht wird wie im vergangenen Jahrzehnt! Yes!
3) Kanye disst Taylor wegen Nicht-Preis für Beyoncé und so. Uh Oh. Uns kommt es vor, als wäre es erst gestern gewesen.
2) Madonna knutscht Britney (und Christina Aguilera, aber das interessierte keinen) und löst damit eine wilde Horde von Dorfdissen-Besucherinnen aus, die sich auf Partybildern gegenseitig die Zunge in den Hals schieben.
2) Britney macht sich zum Horst. Der druffe Eröffnungs-Auftritt bei den VMAs 2007 als Glitzer-Presswurst ist schwer zu übertreffen. Und in Worte fassen kann man das Spektakel von damals schon gar nicht.
Drei Big Brother-Stars, die heute wieder malochen
Zehn Personen leben hundert Tage lang unter mehr oder weniger sexuellen Umständen in einem Wohncontainer zusammen und werden dabei rund um die Uhr von Kameras beobachtet. Dabei wird gebumst, gelästert, gefressen, gefightet und natürlich nominiert.
So lautet das Rezept für den Grundteig von Big Brother, unserem allerliebsten TV-Knast, in dem sich seit neun Staffeln (und fast genauso vielen Jahren) Hartzies und Honks die Klinke in die Hand geben, um sich für einen Ballermann-Hit und/oder einen Moderatösen-Job bei Neun Live zu qualifizieren. Wir haben die Stars der ersten Stunde aufgestöbert und geguckt, was von dem Trash-Bling-Bling der frühen Nuller noch übrig geblieben ist.

3) Der Nominator: Christian Möllmann aus Herne tingelt gerade mit einem Comedyprogramm namens “Erstmal Anhör’n” über mehr oder weniger große deutsche Bühnen.
2) Die Sexmaschine: Alex Jolig, seines Zeichens Container-Popper der ersten Stunde, lebt mit Kind und Kegel auf dem Land und soll irgendwas mit Autos und Bodenseehütten machen. Strange.
1) Mister Shakesbier: Zlatko Trpkovski, Kfz-Mechaniker aus Nattenheim, hat Köln inzwischen verlassen und arbeitet zu Hause in Schwaben wieder in seinem alten Job.
Dreimal Chuck Norris. Weil er in diesem Jahrzehnt einfach krasser war als deine Mudder, jetzt aber auch schon wieder raus ist.
3) Manche Leute tragen Superman-Unterwäsche. Superman trägt Chuck Norris-Unterwäsche.
2) Chuck Norris hat Schwarz erfunden. Tatsächlich hat Chuck Norris alle Farben erfunden. Außer Rosa. Tom Cruise hat Rosa erfunden.
1) Seitdem Chuck Norris schwimmen kann ist Arielle nur noch die Meerfrau.
Popstars-Bands, die zu Unrecht viel erfolgreich waren als man glaubt
Frisöre, Restaurants, Bitches, Köche, Untertanen - es gibt nichts, was in in den Twothousändändirgendwas-Jahren nicht per Trash TV gecastet wurde. Wir blieben allerdings der Muddi aller Such-Sendungen treu und verfolgen seit 2001 traditionell in regelmäßigen Staffel-Abständen jeden Donnerstag den Kampf der Popstars-Kandidaten (inklusive Beißen, Kratzen, Spucken, Singen und Haareziehen) um einen ProSieben-Knebelvertrag plus Platz 98 der deutschen Singlecharts.
Denkste. Neben unserer Fremdscham-Grenze haben die diversen Popstars-Band-Produkte nämlich in den Charts viel mehr gerockt, als wir eigentlich gedacht hätten. Beängstigend …

3) Die Damen und Herren von Brü’Schwes bekamen fünf Top Ten-Hits und einen Cometen.
2) Die Preluders schafften es mit ihrem ersten Album immerhin noch auf einen ordentlichen Platz zwei der deutschen Charts.
1) Nu Pagadi belegte im Jahr 2004 pünktlich zur Weihnachtszeit die Eins
der deutschen Single-Charts. Bitte?
Trends, die in diesem Jahrzehnt nichts als Augenkrebs verursacht haben. Ohne Worte.

3) Die Nordic-Walker, die gelenkschonend mit Riesenstäbchen die heimischen Feldwege unsicher machen und sich lieber mal um den wichtigsten Stock kümmern sollten, ja, genau, den im Gesäß, dankeschön.
2) Der Emo, Teil einer seltsam schlechtfrisierten Spezies, der strenggenommen eigentlich nicht mal ein Happy Meal essen dürfte.
1) Das Arschgeweih, auch bekannt als “Schlampenstempel” oder “Arschvignette”, das vorwiegend an Hartz-Muddis prangt, die ihre Kinder Jerome-Kevin nennen.
Eure ganz persönlichen No-Gos of Twothousändändirgendwas dürfen natürlich auch nicht fehlen. Haut rein!
Bild: Songtitel: Môsieur J. via flickr / StudiVZ: markhillary via flickr / Spam: Yandle via flickr / Twitter: Mykl Roventine via flickr / Big Brother: daryl_mitchell / Popstars: King_Mob via flickr / Arschgeweih: frollein2007 via flickr
Von Lia R / 21. Dez. 2009 / 1:04 Uhr







→ am 21. Dez 2009 um 07:42 Uhr (#)
Hehehe. Sehr gut geschrieben - und vor allem beobachtet.
→ am 21. Dez 2009 um 11:16 Uhr (#)
ha, wie geil! Wird verlinkt.
→ am 21. Dez 2009 um 14:11 Uhr (#)
Ich danke Euch für das ultimative Anti-Silbermond-Argument des Jahres. Die Musik geht zwar so oder so nicht, aber jetzt erst recht. Also … NICHT. Gnihihi!
→ am 21. Dez 2009 um 18:03 Uhr (#)
Sarah Kuttner hätte eigentlich nicht nur Platz 1 sondern auch 2 und 3 verdient. Spitzen Zusammenfassung.
→ am 21. Dez 2009 um 23:49 Uhr (#)
[...] Die No-Gos der Nullerjahre Da spricht mir jemand (zu 99%) aus der geschändeten Seele. [...]
→ am 22. Dez 2009 um 00:25 Uhr (#)
Wie wahr, wie wahr! Ich lachte hart.
→ am 23. Dez 2009 um 17:16 Uhr (#)
mir persönlich viel zu flach, aber nun gut.
→ am 23. Dez 2009 um 19:07 Uhr (#)
ich schließe mich meierr an, flach, nicht lustig und bzgl. der fotos diskriminierend, bzw. dem dummen schönheitsideal-standard aufgesessen … sorry nix für mich
→ am 25. Dez 2009 um 22:17 Uhr (#)
da wurde doch mal alles gesagt!
→ am 29. Dez 2009 um 08:51 Uhr (#)
Arm, einfach nur arm!
Du solltest dich mal selber an deine arrogante und unwitzige Nase fasen!
Ich bin sehr erbost und das sage ich nicht weil ich ein Arschgeweihtragender Sarah Kuttner Fan bin, sondern weil es so ist!