Oh Johnny!
John wer? Zugegeben, der gute Herr Frusciante ist einem höchstwahrscheinlich kein Begriff - doch weil ich ihm quasi im selben Atemzug den Zusatz “der Ex-Gitarrist von den Red Hot Chili Peppers” verpasse, habt ihr spätestens jetzt uuhend und oohend vor eurem Bildschirm auf die Knie zu gehen.
Allerdings weniger vor Ehrfurcht als vor Traurigkeit. Denn John Frusciante, der die Chili Peppers bekanntlich soundtechnisch und kommerziell zu dem gemacht habt, was sie heute sind, hat in dieser Woche auf seiner MySpace-Seite das bestätigt, was US-Blogs schon längst ausgeplaudert haben: Die Band ist Geschichte und er ist raus. Allerdings findet er das halb so schlimm, weil er sich angeblich schon vor einem Jahr von seinen Jungs verabschiedet haben soll. Einvernehmlich. Klar doch.
Ein überraschender Nachruf - oder: Drei Gründe, warum man John Frusciante lieben muss, obwohl er die Red Hot Chili Peppers zum zweiten Mal verlassen hat.
1. Der Kurt-Faktor
Druffer als Pete, abgefuckter als Amy und sicker als Lindsay - dass John Frusciante noch unter den Lebenden weilt, halte ich spätestens seit den Stories von Anthony Kiedis in “Scar Tissue” für eins der letzten großen Weltwunder.
2. Der braune Hase
Wer diesen Satz hier liest und “The Brown Bunny” tatsächlich noch nicht gesehen hat, verpflichtet sich hiermit, seinen ungebildeten Arsch sofort in den nächsten Filmladen seines Vertrauens zu bewegen und sich ein Exemplar dieses absolut überragenden Streifens zu holen.
Und das ausnahmsweise nicht mal nur, weil John Frusciante den Soundtrack gemacht hat. Lasst euch von der Bezeichnung “US-amerikanisch-japanisch-französisches Filmdrama” bitte ebensowenig abschrecken wie von den bösen Zungen, die behaupten, dass der Film neben Chloë Sevigny und einem ausführlichen Blow-Job nicht viel zu bieten hat.
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3. Der Rest
Synthies, Geschrammel, Wimmern und das verpackt in Instrumentals, die sich zumindest gefühlt über Stunden hinziehen. Teilweise ist das, was John Frusciante solo fabriziert hat ungefähr so angenehm wie eine Tannennadel im Tee. Und dann gibt es trotzdem wieder Songs, durch die man erahnen kann, warum er laut dem Rolling Stone-Magazin in der „Die 100 größten Gitarristen aller Zeiten“-Liste den achtzehnten Platz besetzen darf.
Bild: filmstarts.de
Von Lia R / 18. Dez. 2009 / 18:51 Uhr






→ am 19. Dez 2009 um 17:58 Uhr (#)
John Frusciante ist einer der großartigsten Musiker die sich diese Welt wünschen kann. Als Beweis nehmen wir mal alle seine sechstausend Alben, jedes einzelne großartiger als der Vorgänger.
Mein Favorit: To Record Water in Only Ten Days.
Hat John Frusciante nicht mal komplett seine Zähne wegen Heroin verloren? Das nur am Rande.
→ am 19. Dez 2009 um 21:29 Uhr (#)
ich find ihn alleine eh besser als mit den chili peppers!
→ am 20. Dez 2009 um 20:11 Uhr (#)
[...] to let it go – Hey oh empfingen, so feilten zwei Minnesänger im Heim des Mannes an einem Nachruf für den größten Chilidrachentöter der Geschichte mit dem Namen John [...]
→ am 28. Dez 2009 um 16:56 Uhr (#)
bin zum ersten mal auf eurer seite und verneige mich vor euch! leider gibt es viel zu wenig menschen die so viel von guter musik begreifen. ein hoch auf frusciante! ob mit oder ohne chili peppers, obwohl es natürlich schon ein wenig (oder ein wenig mehr) wehmut in mir hervorruft…