Es gibt zwei Gefahrenquellen, die sich verdammt fies auf deinen Arbeitplatz auswirken könnten: Das Arschkopieren auf Cheffes Kopierer – und die Weihnachtsfeier. Alle Jahre wieder setzen wir uns dem besinnlich-kollegialem Besäufnis inklusive Buffett, Buhen und Bumserei aus und damit unser über 300 Tage mühsam gepflegtes Job-Image auf’s Spiel. Denn – ganz ehrlich: Den Firmen-Flurfunk kann man eigentlich nur in zwei Zeitstränge einteilen. Da wäre einmal Klatsch vor der Weihnachtsfeier und, zum Zweiten, der Klatsch nach der Weihnachtsfeier.
Liebe Leser, ich weiß dieses Mal ausnahmsweise mal sowas von, wovon ich spreche. Seit meinem ersten Redaktionsjob direkt nach dem Abi bin ich mir sicher, dass man auf Weihnachtsfeiern nur Dinge sieht und erfährt, die man ungefähr so gerne gesehen und gehört hätte wie die Muschi von Britney Spears. Dass sich der Vorbau der Morningshow-Nachrichtenmuddi, im Alltag von schmuddeligen Rollkragen-Pullis verdeckt, auch seine Portion vom Nachtisch abholte und ein steinalter Musikredakteur nach dem fünften Gin Tonic felsenfest davon überzeugt war, mir an meinem zweiten Arbeitstag liebevoll den Arsch versohlt zu haben (und sich trotz meines Eindwandes, dass ich davon ja irgendwie auch was mitgekriegt hätte, tausendmal dafür entschuldigt hat), sind nur kleine Teile des Peinlichkeits-Puzzle, dem ich an dem oh so besinnlichen Abend mit der gesamten Redaktions-Belegschaft ausgesetzt war. Und damit ihr sowas in den nächsten Jahren schon mal nicht erleben müsst, haben wir selbstlos und nächstenliebend einen wunderschönen
für euch fabriziert:
Für Profi-Fußballer
Machen: Den Praktikantinnen des Chefsekretariats zeigen, dass das Baguette vom Buffet nicht die längste Stange ist, die sie heute sehen werden.
Lassen: Wie ein gewisser Ex-Torhüter behaupten, dass man noch die (ehelichen) Kiddis in Bett bringen muss, um sich knallhart ins P1 verpissen zu können. Ist arschteuer und saumäßig anstrengend.
Für Studis
Machen: Lebkuchenfressend über die immer noch ausstehende Zahlung des Bafög-Amtes lamentieren. Wir sind schließlich alle gestresst, hungrig, chronisch pleite und untervögelt obendrauf.
Lassen: Glühwein direkt aus dem Kochtopf nippen, aufgrund akuter Zungenverbrennung das Fenster im Erdgeschoss aufreißen, um das perverse Gemisch wieder auszuspucken und einen vorbeigehenden Dozenten treffen (das ist leider eine wahre Geschichte).
Für Schreibtisch-Chiller
Machen: Nach der zweiten Flasche Rotwein das Spezialgeschenk an die lieben Kollegen auspacken – sprich: Sich selbst. Bevorzugt auf dem Tresen der Bar. Den roten Plüsch-Tanga mit Rentierkopf hast du dir schließlich nicht umsonst über den Dödel geschnallt. Zeig dem Chef, wie flexibel, fresh und absolut unsesselfurzermäßig du drauf bist!
Lassen: Kennst du den Bus, in dem die Leute sitzen, die interessiert, dass die Weihnachtsinsel 006724 als Vorwahl haben? Eben. Neon lesen ist Neunziger.
Für Praktis
Machen: Wer hat gesagt, dass du am Katzentisch mit alle den anderen Null-Öcken-Empfängern abhängen musst? Strategisch am Tisch der Buchhaltungs-Macker platzieren und demonstrativ an der gebackenen Banane lutschen. Sorgt möglicherweise für ein spätes Weihnachts-Hartgeld.
Lassen: Am nächsten Tag ordnungsgemäß am Arbeitsplatz erscheinen, wenn die Feier direkt in deiner Firma stattgefunden hat. Außer, du stehst auf Bierflaschen leeren, Alkleichen entsorgen und Müll rausbringen.
Für Sekretösen von Hochglanz-Fußballclubs
Machen: Sich vom Präsidenten mit gutem Gewissen auf dem Klo ohne Gummi durchvögeln lassen, um für den Rest des Lebens finanziell auszusorgen.
Lassen: “Sieht aus wie ‘n Penis, nur kleiner.” wirkt selbst auf den notgeilsten Grauhaarigen kurz vor der Beglückung extremst abtörnend.
Natürlich sind auch eure traumatischten Weihnachtsfeier-Erlebnisse herzlich in unserem Kommentar-Kummerkasten willkommen. Wir sind hier schließlich unter uns …
Haha, sehr nice! Vielen Dank für die Tips
Mir wurde zugetragen, dass vor einigen Jahren auf unserer Institutsweihnachtsfeier (als ich dort noch nicht war) eine Studentin/ein Student nach ausgiebigen Alkoholkonsum sponsored by unseren russischen Kollegen sehr zur Freude unserer Professoren das halbe Institut vollgekotzt hat.
Unsere Weihnachtsfeier war leider schon gestern, auf welcher ich mich recht früh verdrückte, um meinen frisch unterschriebenen Arbeitsvertrag nicht zu gefährden.
Somit konnte ich leider keine der goldenen Regeln befolgen, um doch noch ein besseres Gehalt zu bekommen