Hausmannskost
Der subjektive Soundtrack dieser Stadt
Eigentlich wollte ich ja erst “Heimatmusik” in das Feld für die Überschrift tippen, aber das wäre nicht ganz korrekt gewesen. Mannheim ist ja nicht unser wirkliches, sondern eher eine Art temporäres Zwangs-Zuhause, was man schon an dem verwirrten Touristen erkennen kann, der mich letztens verzweifelt “Sind Sie von hier?” gefragt und reflexartig ein überzeugtes “Nein, bin ich nicht.” entgegengeschleudert bekommen hat, obwohl ich ihm nach einem Jahr Quadrateleben höchstwahrscheinlich auch den Weg von C1 zu L15 erklären hätte können.
Und dabei ist das anfangs so misstrauisch beäugte Leben hier in der Stadt doch tatsächlich richtig geil (wenn man mal von der Tatsache absieht, dass man außerhalb Bayerns doch tatsächlich ein kleines (!) Bier bestellen kann). Deshalb senken wir angesichts des sexuellen Lifestyles, an dem wir hier täglich teilhaben dürfen, mal demütig unsere Köpfchen und stellen euch heute nur drei der unzähligen Mannheimer Musikgötter vor, die der Reaktor in unverbesserlicher Coolness und sexuellstem Hipstertum hier am laufenden Band ausspuckt.
My Baby Wants To Eat Your Pussy
MBWTEYP sind längst kein Geheimtipp mehr, sondern quasi sowas wie die Sternchen in unserer Liste. Solltet ihr an dieser Stelle aber irgendwelche intimen Details oder etwa tatsächlich konstruktive Hintergrundinfos erwarten, müssen wir euch leider enttäuschen.
Ziggy Has Ardeur, Debùsy D’eeper, Diva Eva D, Mr. tightENG, Donni Bella Luna und Ray Gattner machen nämlich hauptberuflich vor allem zwei Dinge: Verwirren und verdammt viel spielen. Die Popakademie gab anno 2004 den Startschuss für das furiose Bandprojekt der sechs Superfreaks, die in den darauffolgenden Jahren alles abräumten, was die europäische Nachwuchs-Preis-Palette so zu bieten hat. Nice but psycho.
Das Actionteam

Wer früher schreit ist länger laut: Ihren popakademischen Hintergrund haben die Jungs des Actionteams natürlich auch. Was denn auch sonst. Darüber hinaus beschreibt man den Sound der Herren namens Jim Toronto, Pete Bohne, Chuck ‘Eisenhieb’ Weber und Jaques Michel wohl am besten als Deichkind-mäßig mit Gitarren.
Doch Schubladen sind bei einer Band, die Oberlippenbärte als Merchandise-Artikel unter die Leute bringt, eigentlich unangebracht. Also lauschen wir lieber den weisen Worten des Drummers, der das Erfolgsrezept seiner Jungs folgendermaßen beschreibt: “Am Ende bin ich fertig und wenn die anderen auch fertig sind, dann haben sie richtig gespielt.”
Deine Jugend

Liebe Radiomoderatoren, auch wenn man hier in Mannheim zwangsweise das eine oder andere Mal an der Popakademie vorbeigeht (und die Institution selbst in einem Post auf sdbr so oft erwähnt, dass man eigentlich Geld dafür bekommen sollte. Räusper.) - diesen Herrschaften hier könnt ihr den Stempel leider nicht aufdrücken. Es soll ja in der Stadt, in der man das Charts-Geschäft studieren kann, tatsächlich auch Bands geben, die sich ausnahmsweise in ihrer spärlichen Freizeit dazu entschlossen haben, eine coole Kapelle zu gründen.
Laura ist unter den virtuellen Fashionistas längst kein unbekanntes Gesicht mehr und dass ihre Stimme mindestens so sehr rockt wie ihr Style, beweist sie zusammen mit dem Produzententeam Bonassis & D. Havana als “Deine Jugend”. Momentan wird fleißig getourt und an dem Debütalbum gearbeitet, das im Frühjahr 2010 in unsere Gehörgänge knallen soll. Wir freuen uns jetzt schon!
Bild: My Baby Wants To Eat Your Pussy / Das Actionteam / Deine Jugend
Von Lia R / 9. Dez. 2009 / 1:01 Uhr






→ am 9. Dez 2009 um 22:04 Uhr (#)
MBWTEYP ist der absolute hammer.. das album hört sich zwar nach einem jahr eher wneiger, aber live kann ich sie nur empfehlen..
basssaite gerissen? lasst uns ein zuschauerspiel spielen, das alle unccol findeN. ihr dürft uns jetzt mal richtig beschimpfen:
-ihr schwizt beim kacken
-ich will kein kind von dir
herrlich
→ am 9. Dez 2009 um 22:47 Uhr (#)
[...] Hausmannskost: Der subjektive Soundtrack dieser Stadt [...]