Cullumne

Jamie Cullum
 

Sich als Genreliebling mit einem großen Glitzer-Namen ins Bewusstsein des Mainstreams zu mogeln, ist unfair - aber es funktioniert. Wir schreiben das Jahr 2007. Die Jungs von One Republic, gerade auf MySpace zur beliebtesten Band ever gekürt, unterschreiben als erster Rock-Act bei Timbalands Label, der Mosley Music Group. “‘Apologize’ wird ein Hit, mit oder ohne mich,. Aber ich kann den Erfolg noch beschleunigen.”, meinte Testosteron-Timbo nur. Und so sollte es sein.

“I’ll be in this bitch till the club close”

Deshalb drehen wir das Nostalgie-Rad um 365 Tage nach vorne. Weil “Ayo Technology” von 50 Cent, Justin Timberlake und Timbaland zwölf Monate nach dem Release ungefähr so ausgelutscht war wie ein Wassereis aus den 70ies, schnappt sich ein Singer und Songwriter namens Jonathan Vandenbroeck sein Lieblingsinstrument und schmachtet die Nummer unter dem Namen Milow auf der Akustik-Klampfe, während ihn goldene Bikini-Bitches im Video dazu bringen, aus allen Körperöffnungen eine seltsame Substanz abzusondern.

Der Song chartet, wandert von Gangster FM in Richtung Hausfrauenradio und die braven Hörer-Muddis trällern dank der Milow-Version vormittags einmal pro Stunde auf einmal arglos Zeilen wie “I’ll be in this bitch till the club close” und “Let’s get it poppin’ shorty / We can switch positions / From the couch to the counters in my kitchen”, während sie Käsespätzle für Horst plus Kind Eins, Zwei und Drei anbraten und überlegen, was sie denn jetzt morgen kochen könnten. Im Klartext: Milow hat’s geschafft und so läuft es eigentlich immer. Außer, man veröffentlicht die Songs unter dem Namen Queensberry. Aber lassen wir das.

Das Mainstream-Märchen von 2009 wird nämlich vermutlich ein Macker schreiben, der unserem allerliebsten Baller-Boy Pete Doherty erschreckend ähnlich sieht. Was natürlich deshalb schon allein ein Grund wäre, um sich den Burschen mal zur Brust zu nehmen. Gestatten, das ist Jamie Cullum.

 

Jamie kommt aus England (woher auch sonst) und durfte schon in der Band von Mama und Papa ein paar erste Klimperversuche am Piano vornehmen. Später hat er was mit Filmen studiert und seine Videos mit seiner eigenen Musik unterlegt. Während andere kellnerten, finanzierte Jamie Cullum sich sein Studium mit, na klar, Klavierspielen. In Bars, Hotel, Cafes, auf Kreuzfahrten und Beerdigungen.

Wie es dazu kam, dass sich vor fünf Jahren sogar zwei Major-Labels um den Jungen geprügelt haben? It’s all about Netzwerkarbeit, Baby. Michael Parkinson, seines Zeichens sowas wie der deutsche Gottschalk, hat ihn so lange in seine Samstag-Abend-Show eingeladen, bis auch mal ein Praktikant von Universal & Co. zugeguckt hat.

„Makes no difference if I look like a nut / Every kid in the world is going to copy my haircut.“

Der Rest ist Geschichte: Jamie bekam 1,3 Mille, Universal den Zuschlag und drei versprochene Alben. Ansonsten wäre Herr Cullum gerne Asterix, Schriftsteller und bewundert Robbie Williams dafür, dass er es geschafft hat, mit einem “Ich bin schwul”-Statement in die Top 5 der britischen Charts zu kommen. Wie auch immer. Seitdem ich Jamies Auftritt bei TV total gesehen habe, bin ich ein verzücktes Wannabe-Groupie. Und ich hoffe, das hält noch bis Juni, weil der Junge nämlich erst dann in Deutschland spielt.

Ach ja, das Wichtigste hätte ich ja beinahe vergessen. Jamie Cullum wird natürlich sowas von The Next Mainstream-Märchen. Weil er nicht nur einen bekannten Cover-Song am Start hat, sondern zwei. Rihanna und Radiohead lassen grüßen.


 
 


Bild: Deborah Anderson / Universal Music

Von Lia R / 2. Dez. 2009 / 1:00 Uhr

 

Mehr davon

Tags: 



Kommentare zu Cullumne

Dranbleiben: Verfolge die Diskussion per Feed oder schnapp dir die Trackback-URL.
Hier kannst du deinen Senf dazugeben. Wir sind verdammt heiß auf deine Meinung!

  1. protagonistin

    → am 2. Dez 2009 um 19:07 Uhr (#)

    Aaaaaaaalt. Ist doch so. Jamie Cullum lief bei mir irgendwie vor drei Jahren im iTunes auf und ab. Aber er hat den Eintrag trotzdem verdient. ;)

  2. lilola

    → am 2. Dez 2009 um 22:00 Uhr (#)

    Ich mag den nicht. Langweilige Musik und auch sonst kein wirkliches Highlight! Aber gut geschrieben (:


Und was sagst du?


LIEBLINGE

Neueste Kommentare

  • kathi: do! bin cineastisc h...
  • Janina: Danke, ich hab herzl...
  • stiller: Ich schwanke irgend...
  • Toby: Go! Aber vermeide es...
  • Thang: Anschauen! Der Film ist...

FINDEN


 
sexdrugsblognroll.com formspring.me ask us anything faqsexdrugsblognroll.com VICE CONTENT NETWORK Germany sexdrugsblognroll.com feedburner feed abonnieren

© 2010 sexdrugsblognroll.com - fetter ansatz. trockene spitzen. Add to Technorati Favorites bloglovin blogoscoop blog-o-rama.de Bloggeramt.de Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de