Die kunterbunt-gepixelte Web-Zwonull-Welt ist voller junger, gutaussehender Arm-aber-Sexy-Menschen, die doch tatsächlich nichts Besseres zu tun haben, als täglich in perversester Art und Weise dem Digitalismus zu frönen und ihre virtuellen Anhänger Tag für Tag von analoger Arbeit und so richtig Real-Life-mäßigen Sozialkontakten abzuhalten.
Liebe Eltern, die Freunde der virtuellen Weltanschauung können aber tatsächlich noch mehr, als sich plötzlich und ohne jegliche Vorwarnung in Amokläufer, Datenpiraten, Filesharer und Killerspieler zu verwandeln. Es gibt sogar einige exotische Netz-Exemplare, denen (ganz im Gegensatz zu uns) eine bloggende Art von exhibitionistischer Selbstdarstellung nicht reicht. Und so entstehen durchaus bewundernswerte Projekte, die neben dem Brot-und-Spiele-Reloaded-Faktor doch tatsächlich auch für ein bisschen mehr Love & Peace in Analogistan sorgen – und das garantiert, ohne seinen Namen auf YouTube zu tanzen.

Die Konzept-Klamotte
Sheena Matheiken und ihr Uniform Project dürfte den meisten Zwonull-Fashionistas längst ein Begriff sein. Für alle anderen erklären wir’s natürlich gerne nochmal: Die Lady, geboren in Indien, arbeitet mittlerweile als Creative Director in New York und zeigt zusammen mit Designerin Eliza Starbuck, dass man das ein und dasselbe schwarze Kleid 365 Tage am Stück tragen kann und zwar auch noch so, dass es immer nach komplett neuer Klamotte aussieht. Als Beweis wird auf ihrem Blog jeden Tag ein Foto gepostet – und bis jetzt können sich die Outfits echt sehen lassen.
“Is’ ja schön und gut, aber zum Glück kann man Blogs nicht riechen”, wird sich jetzt der ein oder andere denken – aber keine Müffelpanik, natürlich haben die Ladies vorgesorgt: Das kleine schwarze 365-Tages-Dress gibt’s in siebenfacher Ausführung, Accessoires und Schuhe dazu dagegen offensichtlich unbegrenzt. Das Modeblog läuft aber – wie gesagt – nicht nur just for fun, sondern für einen guten Zweck: Sheena und Eliza spenden pro Tag einen Dollar und die treue Leserschaft darf neben Geld auch Schmuck, Schühchen & Co. einreichen, die dann im nächsten Outfit-Post zu bewundern sein werden. Mittlerweile haben die Ladies schon stolze 7000 US-Dollar verdient (Stand September), die sie der Akanksha Foundation zukommen lassen und so dafür sorgen werden, dass indischen Schulkindern aus den Slums die Schulinform und Ausbildung finanziert werden kann. Style und Charity müssen sich also nicht unbedingt ausschließen. Nice!
httpvh://www.youtube.com/watch?v=AxyxiJ0gC1g
Das Konzeptalbum, Vol. New
In Zeiten, in denen ein möglicher Album-Flop von Robbie Williams eine ganze Plattenfirma in die Hände von Peter Zwegat treiben und die Popkomm laut findigen neon.de-Usern demnächst in Rapidesharekomm umbenannt werden könnte, ist man mehr als froh, nichts mit der todesröchelnden Musikindustrie zu tun zu haben.
Doch es geht auch anders: Allen Promotern, die panisch versuchen, sich irgendwie vorm Arbeitsamt zu retten, sei das Projekt von Jonathan Mann, seines Zeichens Kameramann und Musiker aus Berkeley, empfohlen. Sein Tagesablauf: Jeden Morgen einen Song schreiben, aufnehmen, das Video auf Rock Cookie Bottom online stellen – und irgendwann mal ein Album daraus machen.
Tagesaktuelle Hits am Fließband – das soll ihm Robbie erstmal nachmachen.
httpvh://www.youtube.com/watch?v=0gUDa5ZWDIk